Rheinfelden Endlich wieder plantschen!

Elke Grun (rechts) und Brigitte Haak kommen trotz Corona-Maßnahmen sehr gerne ins Freibad. Foto: Petra Wunderle

Rheinfelden (pem) - Mit Bilderbuchwetter und Corona-Spielregeln in die Freibadsaison: Rund 200 Badegäste besuchten am Eröffnungssamstag das hygienisch sauber hergerichtete Schwimmbad. Die Wassertemperatur bewegte sich von 22 Grad (Schwimmerbecken) bis 25 Grad (Warmwasserbecken). Manchen Gästen hat es gut gefallen, andere äußerten sich kritisch.

Zwei Rheinfelderinnen, die seit vielen Jahren zu den Stammgästen gehören, waren sich jedenfalls einig: „Hauptsache, wir dürfen ab jetzt wieder ins Wasser.“ Alles war perfekt gerichtet, das Freibad-Team bestens vorbereitet auf die Gäste in der Zeit der Pandemie. Daniel Klein, Betriebsleiter Bäderbetriebe, sagte im Gespräch mit unserer Zeitung: „Interessanterweise wird es trotz Wartezeit positiv angenommen. Ich bin positiv überrascht, dass die Leute den Anmeldeprozess und die Bestimmungen einhalten.“

Per Onlinereservation hatten sich im Vorfeld 185 Personen für den Samstag angemeldet. Andere taten dies direkt an der Kasse – dies das war möglich, weil die Besucherobergrenze von1500 nicht erreicht war. Klein berichtete aber auch, dass einem Besucher der Zutritt verwehrt werden musste. Der Mann sei mit den Corona-Regeln nicht einverstanden gewesen und habe seine Daten an der Kasse nicht preisgeben wollen.

Kompliziertes System schreckt nur wenige ab

„Die Menschen sind froh, dass wir unser Freibad doch unter all den Bedingungen geöffnet haben. Sie beschwerten sich nicht“, bilanzierte Klein und verwies darauf, dass naheliegende Städte und Gemeinden wie beispielsweise Weil am Rhein, Murg und Laufenburg ihre Bäder noch nicht beziehungsweise dieses Jahr sogar überhaupt nicht öffnen.

Auch das mit den „Leinen“ im Schwimmerbecken sei kein Problem für die Besucher. „Ein Schwimmer wollte überholen. Wir gingen zu ihm und sagten, dass das aktuell nicht möglich sei. Der Badegast hat es verstanden, alles bestens“, erklärte der Betriebsleiter.

Am Eröffnungstag war die Schwimmsituation eigentlich „paradiesisch“ für die Schwimmer, denn zeitweise hatte jeder eine Bahn ganz für sich alleine. Normalerweise – in Corona-Zeiten – dürfen zehn Badegäste in einer Bahn schwimmen, immer auf der rechten Seite, und es darf nicht überholt werden. Zwei Damen fanden es amüsant, dass jede Bahn ihren Namen hatte und so die Einteilung humorvoll bestimmt wurde: Olympiasieger, Weltmeister und Europameister für die ganz schnellen Schwimmer, Landes-, Bezirks- und Kreismeister für die guten Schwimmer. Und in der Bahn „Badewannenchampion“ sieht sich eher der gemütliche Schwimmer.

Personal war genügend im Einsatz am Wochenende. Zwei Personen vom DLRG im Schichtbetrieb, drei Aufsichtskräfte – das sind Schwimmmeister und der Betriebsleiter, der für das Administrative und die Organisation zuständig ist. Hinzu kommen drei Sicherheitsleute. Sie kontrollieren den Eingangsbereich und die Liegewiese, damit sich die Menschen nicht zu nahe kommen. Zudem checken sie die Zugänge in die Wasserbecken, dass jeder ein Bändchen um sein Handgelenk macht. Aufgeteilt wird die Arbeit an der Kasse: eine Kassiererin nimmt die Buchungen an, und die andere kassiert den Eintrittspreis. Hinzu kommt das Reinigungspersonal. Techniker und Gärtner sind lediglich unter der Woche vor Ort.

Vor allem die Schließfächer werden vermisst

„Die Situation ist unmöglich, ich weiß nicht, ob ich wiederkomme“, äußerte sich eine Sportlerin aus der benachbarten Schweiz. Stammgast Bernd Vignudelli aus Rheinfelden dagegen war sehr froh, dass das Freibad überhaupt offen hat. Einzig: „Wenn ich eine Stunde geschwommen bin, gehe ich normalerweise gerne unter die warme Dusche, um mich aufzuwärmen. Aber dass das in der aktuellen Situation nicht geht, ist weiters nicht schlimm.“

„Ich gehe gerne ins Rheinfelder Freibad, hier ist es einfach schön“, sagt ein Dauergast, der aus Zell kommt. Elke Grun, die immer mit einer Freundin das Rheinfelder Freibad aufsucht, findet es schade, dass man seine persönlichen Wertsachen wie Autoschlüssel und Handy nicht mehr einschließen kann. Die Schließfächer seien schließlich vorhanden. Sie wolle sich beim Ordnungsamt beschweren.

Ein Kompliment richteten Brigitte Haak und Elke Grun an die „tollen Bademeister und die Kassen-Damen“. Und, so Grun: „Ein dickes Lob an unseren Oberbürgermeister, dass er das Freibad geöffnet hat, denn die Kosten stehen in keinem Vergleich zu den Einnahmen. Und vielleicht bekommt er das mit den Schließfächern auch noch hin.“

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