Rheinfelden Enorme Verkehrszunahme erwartet

Rolf Reißmann
Der Blick vom Herrschaftsbuck auf die Autobahn. Foto: Rolf Reißmann

Wieder einmal Autobahn. In die jüngste Sitzung des Gemeinderats Rheinfelden waren zwei Experten gekommen, um im Vergleich zu früheren Informationen doch relativ konkrete Aussagen zu treffen.

Von Rolf Reißmann

Rheinfelden. Oberbürgermeister Klaus Eberhardt hob zu Beginn hervor, dass die Stadt den Bau der A 98 stets gefördert habe, jedoch für größtmögliche Verbesserungen zum Schutz der Bevölkerung eingetreten sei.

Johannes Kuhn von der Planungsgesellschaft DEGES erläuterte die für die nächsten Schritte wichtigen Ergebnisse der jüngsten Untersuchung zur Verkehrsentwicklung. Laut Bundesverkehrswegeplan wird das gesamte Projekt zwischen Rheinfelden und dem bereits geöffneten Abschnitt bei Murg vierstreifig geplant, aber nur zweistreifig gebaut. Längsgeteilte Dringlichkeit heißt dies.

Wird zwei- oder vierstreifig gebaut

Jedoch schränkte er ein, angesichts der nunmehr prognostizierten Zunahme des Verkehrs könne vielleicht dann, wenn die Planung abgeschlossen ist, bereits die nächste Stufe des Bundesverkehrswegeplans in Arbeit sein und eventuell doch gleich vierstreifig gebaut werden.

Zwischen Schwörstadt und Wehr rollten im Jahr 2020 an einem Werktag durchschnittlich 15 100 Fahrzeuge über die B 34, davon 1400 Lastwagen. Für 2040 sagt die Prognoseuntersuchungen auf dem gleichen Abschnitt 41 600 Fahrzeuge mit 4400 Lastwagen voraus – und das bei einer befahrbaren A 98. Die enorme Zunahme resultiere auch aus Rückverlagerungen von Verkehrsströmen aus der Schweiz.

„Derzeit nutzen viele Fahrer in Ost-West-Relation möglichst lange die Autobahnen und Nationalstraßen in der Schweiz, weil sie dort schneller vorankommen“, erklärte Kuhn. „Sobald aber die A 98 fertig ist, wird diese Tendenz umschlagen, weil dann die deutsche Route die schnellere sein wird.“

Die sogenannte Vorzugsvariante sieht unter anderem eine lange flache Brücke übers Wehratal und zwei Tunnel bei Bad Säckingen vor. „Auch wenn dies von Rheinfelden relativ weit entfernt ist, spielt es für die hiesige Region doch eine Rolle, weil wir einen schnelleren Abschluss aller Planungen und auch weniger Verfahren erwarten,“ fügte Kunz an.

Martin Ciolek von der Autobahn GmbH präzisierte die nächsten Schritte für den unmittelbar an Minseln folgenden Abschnitt.

Zwar gehöre auch die direkte Fortsetzung mit der Brücke über die Landstraße noch zum Abschnitt vier, doch sei es sinnlos, diese Brücke bereits jetzt zu bauen, da sie sonst funktionslos in der Landschaft stünde. Sie werde mit dem Abschnitt fünf errichtet.

Nachdem nun vom Bund die Überdeckelung auf 390 Meter festgesetzt wurde, sind weitere Gutachten bei Kars­au anzufertigen. Anschließend erfolgen bis 2024 die erforderlichen Planänderungen.

Gemeinderat Paul Renz (CDU) sagte, dass bei dieser anspruchsvollen Planung in diesem Jahrzehnt wohl kein Weiterbau erfolgen werde. Er gehe aber davon aus, dass entsprechend der Verkehrsentwicklung der neue Abschnitt dann vierspurig entstehe.

Umleitungen werden zur Belastung

Klaus Weber (SPD) hob hervor, dass mit der verlängerten Überdeckung nunmehr ein hochsensibler Bereich durch den Bund anerkannt wurde. Mit der erwarteten Verkehrszunahme entstehe auch mehr Schutzwürdigkeit für die Einwohner der betroffenen Gebiete.

Karin Reichert-Moser (Freie Wähler) empfand die neuen Untersuchungen als Information, „die uns in die verkehrspolitische Realität“ zurückholen. Sie forderte den stabilen Ausbau aller Tunnel, um häufige Nachbesserungen zu vermeiden. Denn die damit erforderlichen Umleitungen werden stets zur Belastung für Anwohner, wie man in Degerfelden sehe.

Jörg Moritz-Reinbach (Sören) sagte, dass die Verkehrszunahme auch in den Orten neben der Autobahn spürbar werde. Dennoch werde der zweispurige Bau weniger leisten als eine voll ausgebaute Bundesstraße, und die zahlreichen Ingenieurbauten seien mit massiven Eingriffen in die Natur verbunden.

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