Rheinfelden Es geht nicht nur um den Campus

 Foto: Ulf Körbs 

Rheinfelden - Die Stadt steht bei der Ganztagesbetreuung von Schülern vor großen – auch finanziellen – Herausforderungen. Eine davon ist die Position des Campus-Managers. Was bei den Kommunalpolitikern aber umstritten ist. Sie sehen weiteren Klärungsbedarf.

Es geht nicht nur um die Koordination des Betriebs im von Realschule und Gemeinschaftsschule (Schillerschule) zusammen genutzten Gebäudes, sondern der Campus-Manager soll auch die Ganztagsbetreuung an anderen städtischen Bildungseinrichtungen organisieren, betonte der für die Schulen zuständige Hauptamtsleiter Hanspeter Schuler. Trotzdem konnte sich der Hauptausschuss am Montag nicht zur Schaffung dieser Vollzeitstelle durchringen. Er folgte aber dem Kompromissvorschlag von Oberbürgermeister Klaus Eberhardt, die Stelle zu schaffen und weiter zu beraten, wie sie mit Leben zu erfüllen ist.

Pädagogisches Konzept

Laut Schuler ist die Qualitätssteigerung bei der Schulkindbetreuung (SBK) das Ziel. Deren pädagogischen Anspruch erläuterte Alexander Keil von der Kaltenbachstiftung, die ein umfassendes Konzept für die Warmbacher Hans-Thoma-Schule entwickelt hat.

Demnach sollen alle Beteiligten auf gleicher Augenhöhe arbeiten. Wobei wichtigster Grundsatz ist, dass die Schule nicht nur Unterrichtszeit ist, sondern auch Lebensraum für die Kinder, in dem sie bis zu zehn Stunden täglich verbringen.

Eine Stelle ausreichend?

Für den Hauptausschuss wurde dabei auch deutlich, dass für die Koordinationsarbeit eine Vollzeitstelle fast nicht ausreichen dürfte. Allzumal viele Aspekte, die auch im vom Kultusministerium ausgegebenen Qualitätsleitfaden verankert sind, dort recht schwammig formuliert sind. Sie müssten also erst einmal inhaltlich gefasst werden.

Diskussion

In der Diskussion wurden auch mögliche Gründe für die kritische Haltung einiger Ausschussmitglieder deutlich. So fürchten einige die finanzielle Belastung angesichts der sich abflauenden Geldströme, wovor Stadtkämmerer Udo Düssel unlängst warnte. So wollte Uwe Wenk wissen, ob den die Koordinatorenstelle mit rund 69 000 Euro Personalkosten eine städtische Pflichtaufgabe wäre.

Und Paul Renz fragte sich, wie ein vernetztes Modell zwischen der Real- und der Gemeinschaftsschule funktionieren solle. Allzumal vorher offenkundig wurde, dass die beiden Leiter den Campus unterschiedlich beurteilen. Gemeinschaftsschulchef Hanspeter Brugger bekundete, er sehe „keinen großen Nährwert“ sehe. Realschulrektorin Birgit Barth erklärte, für ihre 730 Schüler brauche sie externe Unterstützung.

Herrschte also bei der Mehrheit eher Skepsis, besonders bei Gustav Fischer (SPD), der erst ein Konzept, dann die Stelle sehen wollte, befand Jörg Moritz-Reichbach es gänzlich anders. Er befürwortete die Doppelstelle von Campus-Management und Betreuungskoordination und sprach sich für die Chancen der Vernetzung zu nutzen.

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