Rheinfelden Finanz-Voraussetzungen fehlen

Für ein neues Hallenbad macht sich eine Rheinfelderin stark, wurde aber von Verwaltung und Gemeinderat am Donnerstag erst einmal vertröstet. Foto: Symbolfoto: Archiv

Rheinfelden - „Wie viele Räte können nicht schwimmen?“ Mit dieser provokanten Frage forderte eine Rheinfelderin den Gemeinderat Rheinfelden am Donnerstag in öffentlicher Sitzung heraus. Es ging um das neue Hallenbad.

Hintergrund ist ihr Ruf nach einem neuen Hallenbad, da das alte ausgesprochen marode und corona-bedingt geschlossen ist. Der Betrieb würde sich bei den Hygieneauflagen nicht rentieren, wie Oberbürgermeister Klaus Eberhardt nach dem Ende der Freibad-Saison der Presse auf Nachfrage erläuterte. Die Stadträte erfuhren von der jungen Mutter zweier Töchter, dass sie sich seit drei Jahren dafür engagiert, dass Kinder schwimmen lernen und im Schwimm- und Sportverein Grenzach als Übungsleiterin aktiv ist.

Wie dringend die Angelegenheit ist, zeigt auch eine Äußerung von DLRG-Bundesvizepräsident Achim Haag: Die Schwimmfähigkeit der Kinder im Grundschulalter ist ungenügend.“ Im Durchschnitt besitzen nämlich nur 40 Prozent der Sechs- bis Zehnjährigen ein Jugendschwimmabzeichen.

Um ihr Anliegen voranzubringen, habe sie eine Internet-Petition verfasst und ins Netz gestellt. Bislang hat sie auf diesem Weg 600 Unterschriften sammeln können.

Finanzielle Voraussetzung derzeit nicht gegeben

Doch von Oberbürgermeister Klaus Eberhardt und den Stadträten gab es nur eine verhaltene Reaktion: „Grundsätzlich sind wir für ein neues Ganzjahresbad“, ließ der Verwaltungschef wissen. „Doch dafür braucht es auch die finanziellen Voraussetzungen“. Und diese seien derzeit einfach nicht gegeben. So rechnet die Stadt in diesem Jahr mit einem Haushaltsminus von mindestens fünf Millionen Euro, im kommenden Jahr könnten es sogar viermal so viel sein.

Diskussion um Bäder ist keine neue

Die Diskussion um ein neues Hallen- oder Ganzjahresbad ist in der Löwenstadt nicht neu. So hatte neulich ein Leserbriefschreiber darauf verwiesen, dass Hallenbad – Jahrgang 1957 – sei seit 30 Jahren amortisiert. Daher könnte längst ein neues gebaut werden. Dem hatte SPD-Stadtrat Gustav Fischer entgegengehalten, dass nicht nur die Gestellungskosten zu berücksichtigen seien, sondern auch die laufenden.

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