Rheinfelden „Flaggen-Krieg“ spitzt sich zu

Nico Kiefer (2.stv. Ortsvorsteher), Marco Roschmann, Mark Rietschle und Erik Rietschle von der „Bewegung unser Herten“ am Spielplatz an der Augsterstraße (v.l.)Foto: Vollmar Foto: Die Oberbadische

Rheinfelden-Herten (mv). Wie weit darf lustiger Schabernack in der Öffentlichkeit gehen? Diese Frage stellt man sich seit einigen Monaten in Rheinfelden-Herten, wo eine Hertener Flagge am Spielplatz Augsterstraße immer wieder entwendet oder ersetzt wird. Eskaliert ist der „Fahnen-Krieg“ in der Nacht zum Donnerstag, als der ganze Flaggenmast umgesägt wurde.

Die Bevölkerung zeigt sich empört über die Sachbeschädigung. Unverständnis macht sich auch innerhalb der „Bewegung unser Herten“ breit. Die Gruppe junger Hertener Erwachsener hatte vor Monaten eine kunstvoll gefertigte und selbst genähte Hertener Fahne am Spielplatz aufgehängt, nachdem dort nach Fertigstellung des Spielplatzes eine Rheinfelder Fahne unter den jungen Hertener Patrioten für Unverständnis gesorgt hatte.

Die Gruppe hatte sich noch im vergangenen Jahr als „Bewegung unabhängiges Herten“ geoutet und setzt sich für ihren Heimatort Herten ein. So auch für die Hertener Fahne, das Identifikationssymbol der Jungen Leute.

Nachdem sich die heimatverbundenen Jugendlichen auch dem Ortschaftsrat und dem Ortsvorsteher zu erkennen gaben, schmückt seither eine kleine Hertener Flagge den Tisch des Ortsvorstehers während der Ortschaftsratssitzungen. Auch die Ortschaftsräte fassten die Flagge positiv auf, so Marco Roschmann, der mit den Brüdern Erik und Mark Rietschle sowie Florian Wiest und Liam Mahieu die „Bewegung unser Herten“ repräsentiert.

Dass die Hertener Fahne jedoch dem ein oder anderen ein Dorn im Auge zu sein scheint, zeigte sich bereits im Dezember 2020, als Unbekannte die Hertener Flagge durch eine Grenzacher Flagge am Spielplatz Augsterstraße tauschten. Ebenso wies damals ein Schild mit den Worten „wie könned ihr des wage, ihr in Herten händ doch gar nix’z sage“ darauf hin, dass jemand anders bestimmen will, welche Fahne am Spielplatz zu hissen ist. Dass die Unbekannten nicht aufgeben wollen, dokumentierte nun ein weiteres Schild, nachdem die Sachbeschädigung begangen wurde. Unterzeichnet waren beide Schilder „mit freundlichen Grüßen G-W.“

Dass der „Spaß“ mittlerweile zu weit geht, erklärte am Freitagabend nicht nur die „Bewegung unser Herten“, sondern auch der zweite Stellvertreter von Ortsvorsteher Frank-Michael Littwin, Nico Kiefer. Sie distanzierten sich mit deutlichen Worten von der Sachbeschädigung.

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