Rheinfelden Förderer in der Zwickmühle

Der Freundeskreis Kamerun hat vorerst das Sammeln von Spenden wie hier beim Weihnachtsmarkt eingestellt. Foto: Gerd Lustig

Rheinfelden - Die Mitglieder des Freundeskreises Deutschland-Kamerun sehen sich derzeit in einer Zwickmühle. Seit 2003 sorgen sie dafür, dass mit ihren Spendengeldern, das jährliche Schulgeld für rund 100 Kinder in dem kleinen Städtchen in Kamerun aufgebracht werden kann. Jetzt aber, bedingt durch die dortigen Unruhen, haben sie seit dem vergangenen Jahr die Zahlungen eingestellt und eingefroren.

„Uns blutet derzeit förmlich das Herz“, brachte es Vorsitzender Dieter Grun bei der jüngsten Hauptversammlung im Seniorentreffpunkt „Gambrinus“ auf den Punkt. Es sei aktuell einfach zu unsicher, dass das Geld auch bei der Schule ankommt und nicht irgendwie abgegriffen wird. Überdies ist die Schule seit Längerem geschlossen. Und das heißt: Momentan ist die Zahlung in Höhe von jährlich 4000 Euro für die Schule in Mbengui im Nordwesten von Kamerun eingefroren. „Wir warten daher auf positive Nachrichten aus Kamerun, unter anderem auch von unserem Verbindungsmann und Ansprechpartner vor Ort“, machte Grun deutlich.

Vorsitzender plant Reise nach Kamerun

Geplant ist jetzt, dass er Anfang des nächsten Jahres nach Kamerun fliegt und die Lage selbst vor Ort inspiziert und abcheckt. Bereits jetzt wird auch über eine andere Art der Förderung in dem kleinen Städtchen in Kamerun nachgedacht. Es soll dort, wie Grun erfahren hat, eine Halle entstehen, in dem Ausbildungsberufe im Handwerk, etwa Elektriker und Kfz-Mechaniker, angeboten werden, damit die Menschen sich auch selbst helfen können. „Bildung ist auch dort das A und O“, weiß Grun.

Hiesige Aktivitäten auf Minimum beschränkt

Derweil sind aber die hiesigen Aktivitäten, mit denen Spendengeld aquiriert wird, auf ein Minimum beschränkt worden. Der Freundeskreis hat (vorerst) den Kuchenverkauf eingestellt. Die Hütte beim Weihnachtsmarkt soll nicht mehr betrieben werden. Lediglich bei den „Brückensensationen“ will man im August erneut mitmachen.

Allerdings: Ein etwaiges Ende des als Verein funktionierenden Freundeskreises ist durchaus im Bereich des Möglichen. „Wir werden alle älter und können daher künftig nicht mehr unsere Aktionen durchführen wie bisher“, brachte der Vorsitzende die anstehende Problematik auf den Punkt.

Die größte Hoffnung ist indes, dass es bald wieder zur Normalität in Kamerun kommt und die Schulgelder aus Rheinfelder wieder fließen können.

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