„Schauen wir mal, was sich in zehn Jahren daraus entwickelt“, formulierte der damalige Rheinfelder Musikschulleiter Norbert Dietrich seine Erwartungshaltung, als der Oboenlehrer Martin Fischer seine Unterrichtstätigkeit begann. Inzwischen hat sich viel getan.

Von Willi Vogl

Rheinfelden/Schweiz. Fischer und Ingo Balzer organisierten nun zum zweiten Mal die Oboentage Rheinfelden. Annähernd 70 Oboenschüler im Alter von acht bis 70 Jahren aus acht deutschen und Schweizer Musikschulen bereiteten sich seit Herbst des vergangenen Jahres darauf vor. In vier Konzerten präsentierten sie eine vielfältige Mischung aus Originalwerken des Barocks bis hin zu pfiffigen Bearbeitungen von Poptiteln. Dabei kamen zum Beispiel dreistimmige Inventionen von Johann Sebastian Bach oder ein Tango mit Streicherbegleitung von Astor Piazzolla zu Gehör. Alle Musiker zusammen wirkten im Oboenorchester „Swinging Auloi“ mit. Den Abschluss der Oboentage bildete die Matinee „Junge Talente stellen sich vor“ im großen Saal der Schweizer Musikschule Rheinfelden.

Gelungene Arbeit der Musikschulen

Oboe ist ein heikles Instrument. „Mit Freude an der Musik und Ausdauer kann man jedoch eine Menge erreichen“, verrät Martin Fischer sein pädagogisches Credo. Auch als Anfänger kann man bereits die eine oder andere Charakteristik sinnfällig darstellen.

Kleo Probst und Liam Hook zeigten sich mit zwei Sätzen aus einem Trio von Arcangelo Corelli und dem Poptitel „Popcorn“ als engagierte Oboenschüler. Unterstützt wurden sie von ihrem Lehrer Fischer auf dem Englischhorn.

Auch Beiträge mit bereits hohen technischen Standards aus Barock, Klassik und Romantik gab es zu genießen. Ljubinka Homolka beeindruckte mit bewusster Gestaltung barocker Bewegungsmodelle und charakteristischen Auszierungen in einer g-Moll Sonate von Carl Philipp Emanuel Bach. Schön modulierte lange Töne und solide kontrollierte schnelle Passagen waren von Karin Schweizer im ersten Satz aus Joseph Haydns Oboenkonzert in C-Dur zu hören. Mit romantischen Kantilenen und sprechenden Gesten überzeugte Tabea Kunde in einem modulationsreichen Konzertstück von August Wilhelm Julius Rietz.

Starken Anteil am guten Eindruck, den die jungen Oboisten hinterließen, hatten auch die pädagogischen Profis am Klavier, Angelika Balzer und Martin Umrath, sowie der Cellist Hartmut Homolka.

Die Oboentage Rheinfelden können als Ergebnis einer hervorragenden Musikschularbeit wahrgenommen werden. Die Arbeit aller Beteiligten hat sich gelohnt. Fleißige Schüler, engagierte Eltern und kompetente Pädagogen bilden das Gewinnerteam.