Rheinfelden Frohe Stunden gegen Einsamkeit

Besinnliche Stunden erlebten unzählige Senioren am Samstag im Rheinfelder Bürgersaal. Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) hatte zum 71. Mal zur Weihnachtsfeier eingeladen.

Von Ulf Körbs

Rheinfelden. Zur Eröffnung stellte Ortsvorsitzende Jacqueline Dumont fest, wer sich häufig einsam oder von anderen isoliert fühlt, leidet häufiger unter Bluthochdruck und psychischen Krankheiten wie Depression. Dies alles seien Risiko für einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder auch Demenz. Sie folgerte: „Einsamkeit ist für die Gesundheit damit genauso schlimm wie Rauchen, Trinken und chronischer Stress.“ Auch deshalb setze die AWO seit 71 Jahren ein Zeichen gegen die Vereinsamung von älteren Menschen mit ihrer Weihnachtsfeier.

Zu ihr finden sich jährlich rund 350 Gäste ein und werden mit Musik, stets begleitet der Gesangverein Minseln die Veranstaltung, einem Theaterstück, das traditionell von den Kindern der Degerfelder Fridolinschule aufführen, und besinnlichen Worten unterhalten.

Bei dem Theaterstück ging es um den Weihnachtsmann, der seinen „Sohnemann“ nicht mitnehmen wollte zum Geschenkeverteilen. Doch der Vater stürzt und der Filius muss einspringen. Aber beinahe wären die Präsente gar nicht mehr da gewesen, weil die Diebe Diesel und Dösel sie stehlen wollten. Und schon nimmt die Geschichte ihren Lauf.

Aber vor den Kindern, die knapp drei Monate geprobt hatten, die Bühne eroberten, hatte die AWO-Kreisvorsitzende Hannelore Nuß die Bühne für sich. Sie erinnerte nicht nur an Marie Juchacz, welche die Organisation vor 100 Jahren gründete, sondern ging auch auf die heutige Weltsituation ein: „Wenn es in der Weihnachtszeit einen Wunsch gibt, den so gut wie alle Menschen auf dem Globus hegen, so ist es der nach Frieden“. Doch der stehe auf ähnlich wackligen Beinen wie die Gerechtigkeit und der Zusammenhalt in der Gesellschaft. Für all dies setze sich auch die Arbeiterwohlfahrt ein, hinter deren Arbeit viele ehrenamtlich Engagierte stünden, denen sie ganz besonders dankte.

Dankesworte hatte auch Oberbürgermeister Klaus Eberhardt parat: „Dieses Zusammenkommen gibt mir Mut angesichts des gesellschaftlichen Wandels“, befand er. In Rheinfelden habe Solidaritat durch den Einsatz der AWO und anderer Institutionen einen hohen Stellenwert, auch wenn anderswo die Gesellschaft nicht mehr in allen Teilen intakt sei. Die Hilfsorganisationen aber stifteten in der Löwenstadt jene Wärme, die Menschen benötigen, lobte Eberhardt.

Im zweiten Teil der Feier boten die Meisler Sänger einmal mehr einen Querschnitt ihres Könnens und sangen mit dem Publikum Weihnachtslieder, bevor die reichbestückte Tombola verlost wurde.

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