Rheinfelden Fünf Damen vermitteln Engagement

Bürgermeisterin Dina Stöcker (rechts) hatte Blumen, das neue Logo und Weinpräsente anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Freiwilligenagentur mitgebracht, worüber sich (von links) Doris Bauer, Stefanie Franosz, Brigitte Rost, Marita Markoni und Anette Lohmann sich freuten. Foto: Ulf Körbs

Rheinfelden - Wer sich bürgerschaftlich engagieren will oder eine solche Person sucht, kann sich in Rheinfelden an die Freiwilligenagentur wenden. Sie feiert jetzt zehnjähriges Bestehen.

Auch die Agentur wird ehrenamtlich betrieben, nur die Leiterin Stefanie Franosz steht in städtischen Diensten. Sie ist zugleich auch Chefin des Bürgertreffpunkts Gambrinus im Alten Rathaus, heute Soziales Kompetenzzentrum.

Beratung zweimal in der Woche

In der Agentur arbeiten Doris Bauer, Anette Lohmann, Marita Markoni und Brigitte Rost. Sie sind jeweils zu zweit montags von 10 bis 12 Uhr und donnerstags von 11 bis 13 Uhr anwesend. Es können aber auch außerhalb dieser Zeiten Termine vereinbart werden. Das Beraterinnen-Quartett arbeitet aber auch von zuhause aus, um die Verwaltung zu bewältigen.

Freiburg diente als Vorbild

Angefangen hat alles im Oktober 2010 mit dem Antrag auf Förderung im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“ durch die damalige Seniorenbeauftragte der Stadt, Elisabeth Schade-Aniran. Damals hatte man sich an Freiburg ein Vorbild genommen. Offiziell eröffnet wurde die Agentur am 28. November ein Jahr später, wie sich Doris Bauer im Pressegespräch am Mittwoch erinnerte. Vermittelt aber habe man schon früher, ergänzt sie. Sie wurde übrigens durch eine Bekannte auf die Agentur aufmerksam gemacht und kümmert sich insbesondere um die Verwaltung.

Mathematiker wird als erster vermittelt

hre Kollegin Brigitte Rost erzählt, dass dieses Ereignis auf große Resonanz gestoßen ist. Sie weiß auch, wer als erster Freiwilliger vermittelt worden ist: Ein Mathematiker war es, der als Prüfungsaufsicht bei der Volkshochschule Rheinfelden tätig wurde. Mittlerweile waren es insgesamt 177 Personen, die an Organisationen oder Vereine weitergeleitet wurden, gibt Stefanie Franosz an. Aber sie fügt hinzu, dass sicherlich viele auch direkt den Weg finden, beispielsweise beim jährlichen „Markt des Ehrenamts“, bei dem sich die unterschiedlichsten Einrichtungen präsentieren. In ihren Augen wenden sich eher jene an die Agentur, die sich zwar gerne engagieren wollen, aber noch nicht so genau wissen, in welchem Feld. Und nach ihren Beobachtungen sind es auch immer wieder eher junge Menschen. Sei es weil sie gerade erst zugezogen sind, und so Kontakt suchen, sei es nach dem Schulabschluss.

Es braucht Einfühlungsvermögen

Marita Markoni kam kurz nach ihrer Verrentung zur Agentur, weil sie sich sagte: „Nur zu Hause sein, ist auch nichts.“ Sie hat festgestellt, dass es bei dieser Arbeit nicht nur berufliche Erfahrung braucht, sondern ebenso Einfühlungsvermögen. Sie denkt noch gerne an den Auftritt beim Sender Freies Radio Wiesental, damals noch „Kanal Ratte“. Diese Sendung habe zweifelsohne zur Bekanntheit der Agentur beigetragen. Sie berichtet außerdem, dass man ganz gut vernetzt sei, wobei laut Franosz mit insbesondere rund 30 Vereinen und Organisationen in Rheinfelden zusammengearbeitet wird. Dabei liegt der Schwerpunkt auf dem Sozialbereich.

Fortbildung statt Vergütung

Die Arbeit wird nicht finanziell vergütet, wie Sozialbürgermeisterin Diana Stöcker erläuterte. Aber es werden Fortbildungen und ähnliches ermöglicht. So war das Quartett auch schon in Berlin zur Weiterbildung, wie Grünen-Stadträtin Anette Lohmann erzählte.

Dort ging es vor allem um die Frage: „Wie kann man die Demokratie durch das Ehrenamt fördern?“ Aber es gibt noch ganz andere Aktivitäten der Netzwerkarbeit, wie Lohmann berichtete: „Wir waren auch schon beim islamischen Zuckerfest zum Ende des Fastenmonats Ramadan.“

Art des Engagements verändert sich

Franosz hat übrigens festgestellt, dass sich das Ehrenamt verändert. Früher war es durchaus üblich, dass man ein solches beinahe lebenslang innehatte. Heute sei es oftmals eher projektbezogen. Sie ging in dem Gespräch noch einmal auf den Vergütungsaspekt ein und war sich sicher: „Die Ehrenamtlichen bekommen auch etwas zurück.“ Was für Bürgermeisterin Stöcker „auch ganz wesentlich ist“.

Neues Logo als Geburtstagsgeschenk

Als Geburtstagsgeschenk hatte sie übrigens ein neues Logo für die Freiwilligenagentur zum Pressegespräch mitgebracht. Entwickelt wurde es von der städtischen Grafikerin Susanne Lais und Stefanie Franosz. Vor vier farbigen Kreissegmenten ist eine symbolische Menschenfigur dargestellt. Bürgermeisterin Stöcker erklärte die Gestaltung dieses Emblems mit dem Hinweis: „Wie die Agentur stellt es den Menschen in den Mittelpunkt.“

Weitere Informationen: Die Freiwilligenagentur hat anlässlich ihres zehnten Geburtstages ein über das ganze Jahr verteiltes Veranstaltungsprogramm zusammengestellt (siehe „Infokasten“ ). Kontakt: Freiwilligenagentur Rheinfelden, Friedrichstraße 6, 79618 Rheinfelden, Tel. 07623/95463, E-Mail: info@freiwilligenagentur-rheinfelden, Internet: www.rheinfelden.de/freiwilligenagentur

Aufgeregte Zeiten erfordern seriöse und umfassende Informationen und deren Einordnung! Jetzt HIER anfordern.

  • Bewertung
    0

Umfrage

Coronavirus – Berlin

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie werden Stimmen laut, die sich für eine Maskenpflicht im öffentlichen Raum aussprechen. Soll man dem Vorbild der Stadt Jena folgen? Dort muss der Mund-Nasen-Schutz ab nächster Woche in Verkaufsstellen, dem öffentlichen Nahverkehr und Gebäuden mit Publikumsverkehr getragen werden.

Ergebnis anzeigen
loading