Rheinfelden Gedanken zur Stadt der Zukunft

Die Oberbadische, 11.10.2018 17:00 Uhr

„Smart City“, also die intelligente Stadt der Zukunft, ist in aller Munde – jetzt auch in Rheinfelden. Beim inzwischen fest etablierten Termin der Wirtschaftsgespräche im Bürgersaal wurde das Thema am Mittwochabend in unterschiedlichen Facetten beleuchtet.

Von Gerd Lustig

Rheinfelden. Hochkarätige Referenten sprachen über Chancen und Risiken der zunehmenden Digitalisierung. Umrahmt wurde die mehrstündige Veranstaltung von flotten Pop-, Rock- und Jazzklängen sowie einem Apéro, der in erster Linie dem Austausch von mehr als 200 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Industrie diente.

Eines machten die Referenten einstimmig deutlich: „Sie müssen die Sache selbst in die Hand nehmen und entsprechend steuern“, hießen das Credo und der Auftrag an Verwaltung, Wirtschaft und Kommunalpolitiker. Es gelte, die Technologien, die vorhanden sind, sinnvoll zu nutzen, um insgesamt das Leben in der Stadt lebenswerter zu machen. „Keiner kann alles, keiner kann alles allein machen“, betonte unter anderem Jens Libbe vom Deutschen Institut für Urbanistik. Es müsse von allen aktiv und passgenau mitgestaltet werden. Transparenz und bürgerschaftliche Teilnahme seien dabei unumgänglich.

Den Menschen niemals vergessen

Ökologisch effizient, natur-basiert, die Energie-Ressourcen schonend, dabei die Konkurrenzfähigkeit erhaltend und vor allen Dingen gut vernetzt: All das müssen Ansätze hin zur smarten City sein.

Bei allem Bestreben und bei aller Weiterentwicklung auf der digitalen Autobahn dürfe indes eines nicht vergessen werden: nämlich der Mensch. „Wir sind immer noch Human Beings und nicht Human Dopings“, appellierte er für einen Weg hin zu einer lebens- und liebenswerten Stadt. Auch Marielisa Padilla vom Fraunhofer Institut hob hervor: „Nie war die Gegenwart wichtiger als gerade jetzt.“

Oberbürgermeister Klaus Eberhardt sieht in Rheinfelden noch Defizite, nicht zuletzt beim Breitband oder der Bildung. Grundsätzlich sieht er die Kommune auf einem guten Weg. Daher sei man auch beim Thema Smart City eine Kooperation mit der DHBW Lörrach eingegangen, um künftig wissenschaftlich begleitet und evaluiert Einiges voranzubringen.

Die Bügerbeteiligung weiter verbessern

„Vor allem die virtuelle Bürgerbeteiligung muss sich erhöhen und effektiver werden“, hofft und postuliert Eckhart Hanser, Leiter des Kompetenzzentrums für agile IT-Prozesse an der DHBW Lörrach. Genau die Bürgerbeteiligung sei es ja schließlich, die möglichst viele Ideen von vielen Menschen zusammentrage. Durch die ständige Interaktion der Einwohner mit den sie umgebenden Technologien könne eine gemeinsame Infrastruktur gebildet werden. „Neben der Optimierung bestehender Prozesse liegen darin auch Möglichkeiten zur Erschließung neuer Geschäftsmodelle“, so der OB. Ob und wie der zuletzt wachsende Online-Handel die Innenstädte verändern wird, ist noch offen. „Das können auch wir von der Wissenschaft derzeit noch nicht so richtig einschätzen“, erklärte Libbe.

 
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