Rheinfelden Gemeinschaftsprojekt überzeugt Jury

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Freuen sich über die Auszeichnung ihrer Unternehmen mit dem Energy Efficiency Award in Berlin (von links): Olaf Breuer (Evonik Industries AG) und Jörg Reichert (Energiedienst AG). Foto: dena

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) hat die Energiedienst AG und den Produktionsstandort von Evonik in Rheinfelden den Energy Efficiency Award 2021 verliehen. Beide Unternehmen erhielten in Berlin die Auszeichnung für ihr Gemeinschaftsprojekt einer Auskopplung industrieller Prozessabwärme zum Beheizen von Wohnungen in Rheinfelden. Erst vor wenigen Wochen hatten sie die Inbetriebnahme des Abwärmenetzes gefeiert.

Rheinfelden/Berlin. Die Prämierung erfolgte in der Kategorie „Think Big! Komplexe Energiewendeprojekte“. In diesem Jahr wurden zum ersten Mal kleine und mittlere Unternehmen in dieser Kategorie berücksichtigt. Im Ganzen gingen aus rund 130 Bewerbungen sechs Gewinner hervor. Bewertungskriterien waren unter anderem eine besonders hohe Energieeinsparung, Klimaschutzrelevanz, Innovation sowie Wirtschaftlichkeit. Der Award ist mit Preisgeldern von insgesamt 30 000 Euro dotiert. Er steht unter der Schirmherrschaft von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Premium-Partner ist die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

„Pionierrolle einnehmen“

„Wir freuen uns wahnsinnig über die Auszeichnung“, wird Jörg Reichert, Vorsitzender der Geschäftsleitung bei Energiedienst, in einer Pressemitteilung des Unternehmens zitiert. „Als klimaneutraler Energieversorger nehmen wir mit diesem Projekt erneut eine Pionierrolle ein.“ Indem Energiedienst konsequent an ganzheitlichen Systemlösungen arbeite, leiste das Unternehmen einen aktiven Beitrag zur Energiewende. „Wir hoffen, dass dieses Projekt Vorreiter für weitere Wärmeauskopplungen ist“, ergänzt Reichert.

Wärme für mehrere tausend Wohnungen

Basis der Kooperation zwischen Evonik und Energiedienst ist das 95 Grad heiße Wasser, das bei der Herstellung von pyrogenen Kieselsäuren im Aerosil-Betrieb von Evonik entsteht. Pyrogene Kieselsäuren werden in industriellen Anwendungen wie Silikonen, Beschichtungen, Kleb- und Dichtstoffen eingesetzt.

Mit der Abwärme von Evonik werden seit diesem Jahr via Rohrbrücke und unterirdischen Leitungen bis zu 10 000 Wohnungen in der Umgebung klimaneutral geheizt und mit Warmwasser versorgt. Bereits zuvor hatte Evonik einen Teil der Prozesswärme intern verwendet, etwa zur Erwärmung von Produktionsvorstufen oder zum Beheizen von Gebäuden auf dem Werksgelände. Die übrige Abwärme blieb aber ungenutzt.

Mit der Abgabe der Wärmeleistung von fünf Megawatt können der Pressemitteilung zufolge nun bis zu 10 000 Tonnen CO 2 im Jahr eingespart werden.

Auch für Evonik stellt das Projekt daher einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Reduktion des eigenen CO 2-Fußabdrucks dar. „Evonik hat es sich zum Ziel gesetzt, die CO 2-Emissionen bis zum Jahr 2025 um 50 Prozent zu reduzieren. Als Produktionsstandort leisten wir einen wichtigen Beitrag“, lässt sich Olaf Breuer, Standortleiter von Evonik in Rheinfelden, in der Mitteilung zitieren. Damit das gelingen könne, seien am Standort eine Reihe Ideen und Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit entwickelt worden.

Spektakuläre Bauphase

Der Bau der Abwärmeauskopplung nahm etwa ein Jahr in Anspruch. Unter anderem musste eine Rohrbrücke dafür gebaut werden. Zudem war eine Unterführung der beiden 40 Zentimeter starken Nahwärmeleitungen unter der Bundesstraße 34 nötig. Als besonders spektakulär galt die Durchpressung des Bahndamms auf 54 Metern Länge mit einem Durchmesser von 1,20 Meter in einer Tiefe von sieben Metern. Die Gesamtlänge der Nahwärmeleitung beträgt 900 Meter, die Investitionssumme 5,1 Millionen Euro, davon 842 000 Euro an staatlicher Förderung. Weitere Projekte zur Abwärmeauskopplung seien schon in Arbeit, heißt es in der Mitteilung abschließend.

Weitere Informationen: Die dena versteht sich als unabhängiger Treiber und Wegbereiter der Energiewende – national und international. Mit ihrer Arbeit will sie einen Beitrag zu ihrem Gelingen sowie zum weltweiten Klimaschutz leisten. Bereits zum 15. Mal vergab sie den Energy Efficiency Award an private und öffentliche Unternehmen, die innovative Wege in Richtung Klimaneutralität beschreiten.

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