Rheinfelden Große Hoffnung für die Alu

 Foto: Gerd Lustig

Rheinfelden - Rusal kauft und übernimmt die Aluminium Holding in Rheinfelden. Das war die ersehnte gute Nachricht nach längerer Hängepartie sowie Insolvenz- und Rettungsschirmverfahren im Februar. Wenige Wochen später stimmte auch das Kartellamt zu. Jetzt warten alle an der Rettung des Traditionsunternehmens Beteiligten nur noch auf das Okay des Bundeswirtschaftsministeriums, womit aber in Kürze gerechnet wird.

Längst sprechen alle Seiten von einem guten Deal für die Alu, wie das Unternehmen in Rheinfelden liebevoll genannt wird, und ebenso für die verbliebenen Mitarbeiter.

Und auch die ersten Verlautbarungen des Investors aus Russland klingen gut und versprühen Optimismus.

Erhalt des Standortes Rheinfelden

So hat Rusal nicht nur sein Statement für den Erhalt des Standortes Rheinfelden als Produzent von Aluminium sowie die für die Autoindustrie wichtigen Alu-Legierungen wiederholt, sondern hat auch die meisten im Zuge des Insolvenzverfahrens ausgesprochenen Kündigungen wieder rückgängig gemacht. In der Sparte Alloys hatten zunächst 55 der hier 67 Beschäftigten ihren Arbeitsplatz verloren. Jetzt sollen aber wieder 50 eingestellt werden, zumal sie aufgrund ihres Knowhow künftig gebraucht werden. Das bestätigt auch der zuversichtlich in die Zukunft blickende Betriebsratschef Wilhelm Tholen.

Heilfroh über die Rettung der Alu hier am Standort ist natürlich auch Oberbürgermeister Klaus Eberhardt. „Ich denke, der Verkauf an Rusal ist eine gute Sache für die Zukunft des Unternehmens und daher die richtige Entscheidung“, betonte er auf Anfrage. Schon vor etlichen Jahren habe ihm der damalige und leider inzwischen verstorbene Firmenchef Alois Franke immer mal wieder von Problemen auf dem weltweiten Aluminiummarkt berichtet, weshalb der Unternehmer auch über den Verkauf der Firma oder Teilen davon nachgedacht habe – zumal in einem globalen Wettbewerb meist nur die ganz Großen überlebten.

Für Irritationen und Aufregung hatte allerdings jüngst ein Artikel in der Bild-Zeitung gesorgt. Darin wurde gemutmaßt und befürchtet, dass mit dem Verkauf der Alu und damit auch ihrer wertvollen Patente Knowhow nach Russland abwandern könnte, das auch zu militärischen Zwecken eingesetzt werden könnte.

Auch die Stuttgarter und die Frankfurter Allgemeine Zeitung hatten berichtet. Hier in der Region und vor Ort wird dieses Thema nicht so gesehen und abgewiegelt. „Wir sehen in dem Verkauf nichts Kritisches oder Gefährliches“, sagt beispielsweise Petra Hartwig, Leiterin der Bezirksstelle der Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, kurz IG BCE, in Freiburg.

Gewerkschaft sieht Verkauf als guten Deal

Überhaupt schätzt die Gewerkschaft den geplanten Verkauf als guten Deal und als gute Lösung für den Standort ein. Sowohl die Beschäftigten können so gehalten, als auch die Gläubiger bedient werden. Unterm Strich betrachtet Hartwig die Sache als normales und seriöses Geschäft. „Rusal hätte ja auch die Möglichkeit gehabt, allein die Patente aus dem Unternehmen herauszukaufen und ansonsten den Standort aufzuspalten oder fallen zu lassen“, so die Gewerkschafterin.

Ein positives Zeichen sei auch, dass Rusal neben dem Bekenntnis zum Standort Rheinfelden die bereits gekündigten Mitarbeiter wieder einstellen will. Und so habe sich auch der Gläubigerausschuss klar für die Rusal-Lösung ausgesprochen. Im Übrigen verlautet aus der IG BCE-Bezirksstelle: „Die Alu gehört zu Rheinfelden, wir haben ein gutes Gefühl.“

Ähnlich drückt es auch Betriebsratschef Wilhelm Tholen aus: „Wir sind froh, dass mit Rusal ein Käufer gefunden wurde, der langfristig für Arbeitsplätze sorgt.“ Auch dass der Verkauf publik wurde, sei ein gutes Zeichen für die Zukunft des Standorts. Die Belegschaft wurde zeitnah informiert. Wenn der Deal endgültig über die Bühne gegangen ist, soll in einer Betriebsversammlung informiert werden, wohin die Reise geht.

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