Rheinfelden „Ich habe viele positive Rückmeldungen“

Andrea Bernbach hat Widerspruch gegen die Ablehnung ihres „Tiny-Houses-Projekt“ eingelegt.Foto: Petra Wunderle Foto: Die Oberbadische

Rheinfelden. Sechs „Tiny Houses“, also Kleinsthäuser mit einer Wohnfläche von 23 Quadratmetern, würde die Nollingerin Andrea Bernbach gerne auf ihrem Baugrundstück in Eichsel errichten. Doch Anfang Juni sprach sich der Ortschaftsrat bei einer Enthaltung gegen ihr Bauvorhaben aus. Von der Baurechtsbehörde erhielt sie eine Absage. Unsere Mitarbeiterin Petra Wunderle hat sich mit ihr unterhalten.

Frage: Frau Bernbach, wo stehen Sie heute mit Ihrem Projekt ?

Am 20. August habe ich per Post die formale Ablehnung meiner Bauvoranfrage für sechs Tiny Houses in Eichsel auch durch die zuständige untere Baurechtsbehörde erhalten. Das ist in meinem Fall das Baurechtsamt der Stadt Rheinfelden. Zusammen mit meinem Architekten, einem Experten für Tiny-House-Projekte, haben wir den abschlägigen Bescheid genau studiert. Und ich komme immer noch zu der Auffassung, dass dieses Baugrundstück sehr gut für das Tiny-House-Projekt geeignet ist und es sich auch gut in die Umgebung einfügen würde.

Frage: Wie gehen Sie weiter vor ?

Aufgrund meines persönlichen Bezuges zu diesem Fleckchen Erde und unterstützt durch gewichtige Argumente meines Architekten habe ich nun Widerspruch gegen diese Ablehnung der Behörde eingelegt. Nun heißt es warten, wie die obere Baurechtsbehörde, das Regierungspräsidium Freiburg, die Sache sieht.

Es gibt Gemeinden, die solche Projekte genehmigen oder zumindest die nötigen flexiblen Rahmenbedingungen zur Verwirklichung schaffen. Und dann gibt es andere Gemeinden, wie zum beispielsweise Rheinfelden, die derzeit dieses Neuland nicht unterstützen wollen und deshalb ablehnend agieren. Ein Widerspruch und eine Entscheidung des Regierungspräsidiums kann da hoffentlich zu einem positiven Resultat führen.

Frage: Welche Erfahrungen haben Sie bisher gewonnen ?

So ein neues, ungewohntes Thema kann leider auch zu einem Spaltkeil innerhalb von Familien und Gemeinden werden, da hier unterschiedliche Philosophien aufeinander prallen: Zum einen das Statussymbol von immer größeren und luxuriöseren Wohnungen und Häusern, und zum anderen der bewusste der Weg des Abwerfens von Ballast und Rückzug in bezahlbaren Wohnraum in der Natur. Der Bedarf zum Letztgenannten wird zunehmen, da bin ich überzeugt. Ob die Zeit hier in unserem reichen Südbaden schon reif genug für solche Kleinwohnungs-Formen ist, das weiß ich nicht und wird sich um so schneller zeigen, wie länger wir mit der Corona-Pandemie zu kämpfen haben.

Relevant für mich und mein Projekt ist, dass ich sehr viele positive Rückmeldung vor allem von älteren Bürgern erhalten habe. 

Frage: Was wird passieren, wenn auch das Regierungspräsidium ablehnt?

Die Argumente, die mein Architekt und ich als Begründung meines Widerspruchs der Ablehnung aufgelistet haben, sollten reichen, um eine sehr fundierte Abklärung aus allen Blickwinkeln zu erzielen. Das ist Priorität Nummer eins. Falls ein „Nein“ rauskommen würde, bedeutet das auch für mich persönlich Abschied zu nehmen von einem mir ans Herz gewachsenen Grundstück.

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