Rheinfelden In vielseitigen Klangwelten Zuhause

Die Oberbadische, 17.04.2018 06:26 Uhr

Von Jürgen Scharf

Beuggen. Obwohl das renommierte Raschèr Saxofon Quartet lange Zeit in Lörrach beheimatet war, gastierte am Sonntag mit dem Fukio Saxofonquartett aus Köln die erste derartige Formation in der langen Geschichte der Schlosskonzerte Beuggen. Parallelen zu den Raschèrs drängen sich auch bei den vier jungen spanischen Herren auf, denn beide Ensembles sind vor allem in der Neuen Musik unterwegs und beide ähneln sich auch in den Klangvorstellungen.

Das im fast voll besetzten Rittersaal vorgelegte Programm zeigte, dass das Quartett mit Sopran-, Alt-, Tenor- und Baritonsaxofon eine vielseitige und interessante Klangwelt und ein spannendes Ausdrucksspektrum bietet. Schön, einmal diesen Instrumenten der Saxofonfamilie zu begegnen. Die modernen Stücke waren Originale, die Arrangements von drei Sätzen aus dem Amerikanischen Streichquartett von Dvorák und die überraschend gut für diese Besetzung ansprechende Holberg-Suite von Grieg waren Übertragungen der Fukio-Leute selber: keine Bearbeitungen im klassischen Sinne, sondern Reduktion von Orchester.

Nicht nur der Sound der Vier überzeugt in diesen romantischen Adaptionen, es war auch die intelligente Mischung aus virtuosem Können und Unterhaltung, die gefallen konnte. Denn Fukio zeigt die ganze Palette von Techniken, von Anblasgeräuschen bis zu Effekten, vergleichbar mit Streicherpizzicati, und dann das Spielen ohne Mundstück, den interessanten, sogenannten „Trumpet Sound“. Unter den modernen Werken fand sich das eine oder andere Kabinettstück, mit Zuggeräuschen, Crescendo der Räder und Pfeifen. Selbst schwierige experimentelle Passagen bewältigt das Fukio mit scheinbar spielerischer Leichtigkeit.

In solchen zeitgenössischen Stücken werden die Grenzen der Kompositionen ausgelotet, sowohl was Dynamik, finger- und bläserische Technik als auch schlicht die Lautstärke betrifft. Da hielt sich der ein oder andere schon mal die Ohren zu.

Man merkt Fukio die Lust an der neueren Musik an. Aber auch für die bekannteren Werke bringen die Musiker Legatokultur und Frische mit und eine ausgezeichnete klangliche Artikulation in der ganzen Gruppe. So gefällt etwa bei Dvorák neben der differenzierten Klanggestaltung die Sanglichkeit der Saxofone.

Die Qualität des Spiels kommt besonders einer Musik wie der geistsprühenden und immer leicht ironischen eines Jean Francaix zugute, dessen dreisätziges kleines Saxofonquartett den Spaniern auf den Leib geschrieben schien.

Als Zugabe, das musste ja sein, ein spanisches Stück: der Tanz aus Manuel de Fallas Oper „La Vida Breve“, voller Stringenz und rhythmischem Temperament gespielt. Was man alles aus diesem Instrument herausholen kann, war faszinierend und ein Hörvergnügen erster Klasse. Das Fukio Quartett muss sich wahrlich nicht hinter anderen Saxofonquartetten verstecken!