Rheinfelden Jetzt geht es an das „Herzstück“

Der Ausbau des Nahwärmenetzes in der Stadt schreitet weiter voran, wie hier in der Kronenstraße. Foto: Gerd Lustig

Das Wärmenetz bleibt weiter ein Dauerbrenner in der Stadt. Der Ausbau des Leuchtturmprojekts schreitet unter der Federführung der Stadtwerke GmbH weiter zügig voran.

Rheinfelden. Aktuell im Bereich Kronenstraße und dann weiter zur Karl-Fürstenberg-Straße im Bau, kommt demnächst das „Herzstück“ dran, wie Stadtwerke-Geschäftsführer Daniel Weiß es im Bau- und Umweltausschuss formulierte. Gemeint ist der Bau der Leitungen von der Schillerschule bis zur Firma Evonik. Von dort kommt die industriell ungenutzte Abwärme bekanntlich her und wird an das Wärmenetz angekoppelt. Dafür gab es in der jüngsten Ausschusssitzung einstimmig grünes Licht.

„Grendelmatt III“

Und mehr noch: Auch das geplante Wohngebiet „Grendelmatt III“ wird in diesem Zug an das Wärmenetz angeschlossen. Der Bau der Leitung soll vorerst bis zur Oberen Kanalstraße realisiert werden. Für die „Grendelmatt III“ besteht dann künftig ein Zwang zum Anschluss an das Wärmenetz. Dies wird mit der Satzung über die öffentliche Nahwärmeversorgung im Gebiet „Grendelmatt III“ festgelegt und geregelt, die auch im künftigen Bebauungsplan manifestiert wird. Auch dafür gab der Bau- und Umweltausschuss ein Ja.

Als „sehr erfreulich“ nannte Oberbürgermeister Klaus Eberhardt diese richtungsweisende Zukunftsentwicklung, was ja auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz bedeute. Damit sprach er auch allen im Gemeinderat vertretenen Fraktionen aus dem Herzen. „Lassen Sie die Bagger anrollen“, rief der OB schließlich dem Stadtwerke-Geschäftsführer aufmunternd und hoffnungsvoll zu.

Daniel Weiß hatte zuvor noch mit einer erfreulichen Nachricht aufgewartet. Denn die Kosten für die Ausschreibung zum Weiterbau des Wärmenetzes liegen deutlich unter den veranschlagten Kosten. Investiert werden rund 1,1 Millionen Euro bis zum Ende des Jahres, alles in allem also einige Hunderttausend Euro weniger als ursprünglich geplant.

Was im Gremium sehr begrüßt wurde, war die Absicht der Stadt, das Gebiet „Grendelmatt III“ ausschließlich mit öffentlicher Nahwärme zu versorgen und dies auch selbst via Stadtwerke in die Hand zu nehmen. „Wir wollen hier ein politisches Zeichen setzen“, hatte Eberhardt betont. Und er machte zudem deutlich, dass ein gründlicher Abwägungsprozess stattgefunden habe. Beispielsweise Heizen mit Pellets habe sich für dieses Gebiet als nicht vorteilhaft und kostengünstiger erwiesen, zitierte er die Expertenmeinung. Dem schloss sich auch der Bauausschuss an.

Räte sind sehr angetan

Karin Paulsen-Zenke (SPD) sprach von einem „überzeugenden Konzept“. Für Dieter Meier (CDU) ist der Zwang zum Anschluss ans öffentliche Versorgungsnetz die richtige Entscheidung. „Es ist quasi ein Outsourcing mit Fachleuten, die sich um alles kümmern und das Netz betreuen“, sagte Meier.

Und dass Evonik eventuell nicht genügend Abwärme liefern könnte, diese Bedenken zerstreute Tiefbauamtschef Tobias Obert sofort. „Evonik hat noch viele weitere Abwärmequellen auf dem Werksgelände, die wir nutzen könnten“, erklärte er. Und außerdem betreiben die Stadtwerke ja das Wärmenetz auch mit Blockheizkraftwerken, die im Falle eines Falles einspringen.

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