Sie ist das älteste Gotteshaus der Kernstadt: die Adelbergkirche. Das 1899 fertig gestellte Haus soll jetzt im Innern durch die altkatholische Gemeinde neu gestaltet werden. Dabei redet der Denkmalschutz aber ein gewichtiges Wort mit.

Von Ulf Körbs

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Rheinfelden. „Wir wollten eigentlich alle Bankreihen durch Stühle ersetzen“, erläuterte Pfarrer Arno Stenzl die Vorstellungen. Doch dagegen wehrt sich das Regierungspräsidium Freiburg: Die Sitzgelegenheiten stehen wie auch die Kanzel und der Altar – laut Stenzl eigentlich ein kleiner Schrank – unter Denkmalschutz. Bei den Bänken konnte man einen Kompromiss erzielen. Nur die drei hinteren Reihen müssen bleiben. Die Kanzel hätte die Gemeinde gerne dem Stadtmuseum übermacht, denn sie wird für die Gottesdienste gar nicht gebraucht. Doch dagegen wehrt sich das Denkmalschutzamt vehement.

Im Mittelgang soll eine leicht geneigte Rampe für Barrierefreiheit sorgen, wie Werner Nuß, der die Kirche schon seit Jahren betreut, erläuterte. Das sei auch notwendig, weil sich die Gemeinde beim Abendmahl vorne im Altarraum versammelt, und auch die Altkatholiken nicht jünger werden, wie Elke Weißenbach vom Gemeindevorstand anmerkte.

Die Vorstellungen gehen über eine neue Bestuhlung hinaus. So will man auch die Kirche für andere Veranstaltungen und Aktivitäten anderer Konfessionen öffnen. „Wir können uns durchaus Taufen und Hochzeiten von evangelischen oder katholischen Gläubigen vorstellen“, erklärt Strenzl. Und wie in der Vergangenheit soll das Kirchenschiff für Ausstellungen genutzt werden können. So präsentierte der Glaskünstler Wilfried Markus hier schon seine Werke, wovon ein blauer Glasengel im linken Fenster neben dem Holzkreuz heute noch zeugt.

Außensanierung

Und wie sieht es mit der Außensanierung aus? Hierfür ist die Stadt zuständig. „Das ist im Pachtvertrag festgeschrieben“, weiß Nuß. Aktuell steht die Sicherung des Glockenturms auf der Agenda. An ihm hatte der Sturm Burglinde zum Jahreswechsel so heftig gerüttelt, dass Teile der Verkleidung herabstürzten. Aber auch das Dach müsste dringend abgedichtet werden. Erst danach soll mit der Innensanierung begonnen werden.

Die Zeit bis dahin will die Gemeinde zum Spendensammeln nutzen. „Wir werden einen langen Atem brauchen“, ist sich der Pfarrer sicher. Schließlich hat ein Innenarchitekt die Kosten auf rund 250 000 Euro geschätzt.

Die altkatholische Gemeinde lädt zu einer öffentlichen Veranstaltung für Donnerstag, 19. Juli, ab 19.30 Uhr in die Adelbergkirche ein. Hier will man einerseits Interessierten die Überlegungen erläutern. Andererseits erhofft man sich auch Anregungen.

Die altkatholische Gemeinde lädt zu einer öffentlichen Veranstaltung für Donnerstag, 19. Juli, ab 19.30 Uhr in die Adelbergkirche ein. Hier will man einerseits Interessierten die Überlegungen erläutern. Andererseits erhofft man sich auch Anregungen.