Rheinfelden Keine weitere Dreilandmesse mehr

Viele Anbieter führten gute Gespräche an der Dreilandmesse. Im Hintergrund allerdings war die Stimmung eher getrübt. Foto: Gerd Lustig Foto: Die Oberbadische

Die zweite Dreilandmesse war die letzte: Veranstalterin Regina Rieger hat die Nase voll, wie sie im Gespräch mit unserer Zeitung bekundet. Die Stadt Rheinfelden habe sie nicht genügend unterstützt und ihr stattdessen nur Steine in den Weg gelegt. Die Stadtverwaltung jedoch will diese Vorwürfe so nicht stehen lassen.

Von Tim Nagengast

Rheinfelden. „Ich muss das alles erst einmal verdauen“, sagt Rieger mit gehörigem Frust in der Stimme, „obwohl ich sonst hart im Nehmen bin.“ Mit „das alles“ meint sie aber weniger das miese Wetter, das sich negativ auf die Besucherzahl der Dreilandmesse ausgewirkt hat.

Vielmehr vermisst Rieger seitens der Stadt eine Form von Unterstützung, „eine Wertschätzung, wie sie an anderen Standorten gelebte Praxis ist“. Es sei ein Unding, dass mehr als 50 Aussteller an ihren, auf dem Grünstreifen beim Tutti-Kiesi parkenden Fahrzeugen Strafzettel-Androhungen vorgefunden hätten, hält die Veranstalterin fest. Schließlich sei das Parken an dieser Stelle „gängige Praxis“, wie man regelmäßig erleben könne.

Aber nicht nur das treibt ihr die Zornesfalten auf die Stirn. Bereits im Vorfeld der Dreilandmesse sei sie bei der Durchführung der Werbemaßnahmen „gegängelt und massiv beschnitten“ worden. Sie habe beispielsweise etliche Wegweiser-Schilder zur Messe, Begrüßungstafeln sowie Banner wieder abräumen müssen, klagt Rieger. „Und ohne solche Sachen geht es halt einfach nicht.“ Eine erfolgreiche Messe sei ein Zusammenspiel von mehreren Akteuren: Veranstalter, Aussteller, Stadt und Medien. „Wenn dann ein Akteur – in dem Fall die Stadt Rheinfelden – ausfällt, geht es nicht“, nimmt die Veranstalterin kein Blatt vor den Mund.

Den „Schwarzen Peter“ schiebt sie direkt der Stadtverwaltung zu. So habe man sie als Veranstalterin einerseits direkt mit „Verboten“ oder „Gebührenandrohungen“ belegt und ihr andererseits nicht geantwortet. Ohne gewisse Spielräume und auch „Freiheiten“ könne man keine Messe erfolgreich organisieren. Bezüglich der Auflagen der Stadt Rheinfelden spricht sie im Nachgang von „Gängeleien“.

Riegers Fazit nach der zweiten Dreilandmesse: „Ich bin unglaublich enttäuscht, gefrustet, deprimiert und maßlos enttäuscht. Mein Empfinden ist tatsächlich, dass das Ganze so nicht gewünscht war, oder dass Menschen, die in dieser Stadt in Amt und Würden sind, diese Messe so nicht haben wollten.“ Das Thema Rheinfelden sei für sie jedenfalls erledigt.

Ob die vor zwei Jahren erstmals veranstaltete Dreilandmesse woanders als in der Löwenstadt eine zweite Chance bekommen soll, will Rieger erst einmal offenlassen: „Ich muss jetzt mal durchschnaufen.“

Stadtverwaltung weist die Kritik von sich

Oberbürgermeister Klaus Eberhardt nimmt den Rückzug der Dreilandmesse „mit großem Bedauern“ zur Kenntnis. „Im Vorfeld wurden viele Gespräche geführt und wir haben alles dafür getan, dass die Messe an dem Wunschtermin der Messechefin durchgeführt werden kann“, lässt sich das Stadtoberhaupt in einer Stellungnahme zitieren. Dafür habe die Stadt sogar andere Veranstaltungen mit viel Aufwand verlegt.

Im Vorfeld der Dreilandmesse habe es verschiedene Abstimmungsgespräche gegeben. „Dabei wurden unter anderem Fragen der Plakatierung sowie der Parkraumbewirtschaftung erörtert. Um gerade das „wilde Parkieren“ auf dem Radweg und dem Grünstreifen gegenüber des Festgeländes zu verhindern, erarbeitet das Ordnungsamt bei jeder Veranstaltung auf dem Tutti-Kiesi-Gelände in Absprache mit dem jeweiligen Veranstalter ein Parkraumbewirtschaftungskonzept“, hält die Stadtverwaltung fest. Dieses lege die Parkierungsflächen genau fest. Darüber hinaus müssten die jeweiligen Veranstalter mit Ordnern für die Einhaltung der Vereinbarung sorgen.

Auch mit Rieger sei ein solches Konzept besprochen und schriftlich im Rahmen der Erlaubnis sowie der verkehrsrechtlichen Anordnung fixiert worden. „Wir haben Frau Rieger in den Vorgesprächen auch darauf hingewiesen, dass uns die Einhaltung des Konzeptes am Herzen liegt und wir entsprechend kontrollieren werden“, wird Ordnungsamtsleiter Dominic Rago zitiert.

Hinsichtlich der Werbemaßnahmen gelte, dass sich die vom Bürgerbüro erteilte Plakatierungsgenehmigung nur auf den Innenstadtbereich beziehe. Aus Verkehrssicherheitsgründen seien Plakate oder Werbebanner im Außenbereich grundsätzlich verboten. „Auch hier verfolgt die Stadt eine langjährige „Linie, die für alle Veranstalter gleich ist“, schreibt die Stadtverwaltung.

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