Rheinfelden Kinderbetreuung wird deutlich teurer

Die Stadt Rheinfelden sieht sich gezwungen, an der Gebührenschraube für die Kinderbetreuung (hier Kita „Regenbogen“) zu drehen. Es soll jedoch weiterhin eine doppelte Sozialstaffelung geben. Foto: Gerd Lustig

Rheinfelden - Zum neuen Kindergartenjahr, also ab 1. September, müssen Eltern für die Betreuung ihrer Kindergartenkinder in Rheinfelden merklich tiefer in die Tasche greifen. Die Preise für die Ganztagesbetreuung und verlängerte Öffnungszeiten (VÖ) sollen um durchschnittlich zwölf Prozent steigen, so die Pläne der Verwaltung. Eingebaut bleibt die doppelte Sozialstaffelung, erweitert um eine zusätzliche Einkommensstufe . Noch vor dem Sommer soll der Gemeinderat darüber befinden.

Elternbeiräte und Träger der insgesamt 20 Kitas in Rheinfelden sind bereits am Mittwoch bei einer Sitzung über die Pläne informiert worden. „Dabei herrschte weitestgehend Verständnis und Akzeptanz für die geplanten Erhöhungen“, berichtete Bürgermeisterin Diana Stöcker beim gestrigen Pressetermin im Rathaus.

Deckungsgrad soll steigen

Grundsätzlich werden die Kita-Gebühren in der Stadt im Rhythmus von drei Jahren angepasst. Coronabedingt sind diesmal sogar vier Jahre vergangen. Vom Städte- und Gemeindetag gebe es eigentlich die Empfehlung, dass mit den Elterngebühren ein Deckungsgrad der echten Kosten von 20 Prozent erreicht werden soll, erklärte Stöcker.

Rheinfelden habe sich im Gemeinderat stets auf einen Deckungsgrad von 18 Prozent verständigt. Nun aber habe sich die Haushaltsstrukturkommission angesichts der prekären Finanzlage der Stadt darauf geeinigt, ab 2021 einen Deckungsgrad von 20 Prozent zu erreichen.

Dies soll aber nicht in einem einzigen Schritt der Erhöhung erfolgen, sondern abgefedert auf drei Jahre verteilt, sodass ab dem Kindergartenjahr 2023/24 der Empfehlung des Städte- und Gemeindetages sowie der Kirchen Genüge getan wäre.

In der Sitzung am 10. Mai soll das Thema im Sozialausschuss zunächst diskutiert werden. Danach hat der Gemeinderat das letzte Wort. Entschieden werden soll aber in jedem Fall vor den Sommerferien.

Zusätzliche Lohnstufe

Bislang war es so in der Stadt, dass seit dem Jahr 2013 eine doppelte Sozialstaffelung galt. Das hieß zum einen gestaffelte Gebührensätze je nach Einkommen der Eltern, und zwar unter 31 000, 41 000 oder unter 51 000 Euro. Künftig soll noch die Stufe unter 61 000 Euro Jahreseinkommen dazukommen.

Neue Kinder-Staffelung

Die zweite Staffelung betraf die Anzahl der Kinder in der Familie und im Haushalt. Berechnet worden war dies indes unabhängig davon, wie viele Kinder tatsächlich das Kita- und Betreuungsangebot nutzen. Hier gibt es aber künftig die Änderung, dass nur noch Kinder, die tatsächlich in der Betreuung sind, angerechnet werden.

Rechenbeispiel

Bei zwei Kindern in der Familie und einem Jahreseinkommen unter 31 000 Euro wurden bislang 94 Euro fällig. Ab September wären dies 128 Euro und in den Folgejahren 139 und 149 Euro. Als teuerste Variante, also für Einkommen unter 61 000 Euro bei zwei Kindern, kämen dann von bisher 232 Euro ab September 278 sowie danach 302 und 325 Euro zur Berechnung.

Ganztagsbetreuung wird um fünf Stunden gekürzt

Was sich ebenfalls noch ändern soll: die Anzahl der Wochenstunden an Betreuung. Bislang wurden bei der Ganztagesbetreuung 50 Stunden pro Woche geboten. Künftig sollen es nur noch 45 Stunden sein – geschuldet dem Fachkräftemangel und der Belastung der Mitarbeiter. Der Gesetzgeber fordere bei Ganztagesbetreuung die Mindestanzahl von 35 Wochenstunden, sagte Stöcker.

Der Countdown läuft: nur bis zum 22. Mai - Sichern Sie sich Ihre SUPERPRÄMIE! Gleich HIER anfordern.

  • Bewertung
    3

Umfrage

urn-newsml-dpa-com-20090101-191029-99-500330_large_4_3.jpg

Die neue Landesregierung will mehr Cannabis für den Eigenbedarf tolerieren. Was halten Sie davon?

Ergebnis anzeigen
loading