Rheinfelden Leidenschaft zum Beruf gemacht

 Foto: Gerd Lustig

Rheinfelden - So überraschend, wie Henrike Fuder nach nur einem knappen Jahr als Kulturamtschefin gekündigt hatte, so schnell hat die Verwaltung mit Dario Rago, der seit zwei Jahren Leiter der Stabsstelle Integration und Flüchtlinge war, eine interne Lösung mit Start zum 1. Juni gefunden. Die Stabsstelle wird vorerst kommissarisch von Elif Avcik geleitet.

"Mit Herrn Rago haben wir eine qualitativ sehr gute Nachfolgebesetzung gefunden“, freute sich Oberbürgermeister Klaus Eberhardt beim Pressegespräch zur offiziellen Vorstellung des neuen Kulturamtschefs am Mittwoch. Der Schnelldurchgang sei allerdings der Bedeutung von Kultur und Kunst in der Stadt sowie der anstehenden Aufgaben angesagt gewesen.

Einerseits nimmt die Kultur mit ihren vielfältigen Veranstaltungen derzeit wieder deutlich an Fahrt auf. Zudem wartet die Herausforderung der Gestaltung und Bespielung des Stadtjubiläums „100 Jahre Rheinfelden“ im Jahr 2022, die keinen Aufschub dulde.

Koordination und Projektleitung zum Jubiläum übernehmen

Rago soll, wie Bürgermeisterin Diana Stöcker als zuständige Dezernentin erklärte, zum 1. Juli federführend die Koordination und Projektleitung zum Jubiläum übernehmen, zumal sie selbst als Kandidatin der CDU im Wahlkreis Lörrach-Müllheim bei der Bundestagswahl im September aufgestellt ist und das Rheinfelder Rathaus möglicherweise verlässt. Vor allem die Kompetenz im Projektmanagement, seine gewinnende Art und auch die große Affinität zur Kultur hätten den Ausschlag für den 30-Jährigen gegeben, so Stöcker. Dem hatte sich der Gemeinderat in einer nichtöffentlichen Sitzung angeschlossen und mit überwältigender Mehrheit für Rago votiert.

Rago selbst zeigte sich stolz, dass ihm die wichtige Aufgabe der Leitung des Kulturamtes mit insgesamt vier Stellen übertragen worden ist. „Salopp könnte man sagen, dass ich meine Leidenschaft zum Beruf gemacht habe.“. Denn er spielt seit Kindesbeinen Klavier, wirkt semiprofessionell in einigen Formationen mit – und hat auch schon Kostproben seines Könnens am Piano und Keyboard bei diversen Hoffesten und anderen kleineren Events in der Region gegeben.

Der 30-Jährige hat an der Uni Basel ein Masterstudium in den Fachrichtungen Soziologie und Gender Studies (davor auch Bachelor in Gesellschaftswissenschaften) absolviert. Bei seiner Mitarbeit am Europainstitut in Basel eröffneten sich ihm vielfach Möglichkeiten im Kultursektor sowie Einsichten, wie Kultur in die Gesellschaft hineinwirkt, was ihm als Soziologe besonders zupass gekommen sei.

Rago will die qualitativ gute Kulturarbeit in all ihren Facetten fortsetzen, will evaluieren und möglichst noch ausbauen: „Wichtig ist mir die Kultur und Kunst vor Ort.“ Er hofft und setzt auf eine gute Zusammenarbeit mit den Vereinen.

Mit seiner Projektarbeit im Bereich Integration, unter anderem auch im Wertejahr, habe er sehr gute Erfahrungen gemacht. Die erfolgreiche Netzwerkarbeit gelte es jetzt auch im kulturellen Bereich zu pflegen und auszubauen.

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