Rheinfelden Luser ist kein Verlierer

Uli Führe gab bei der AWO Minseln einen „Alemannischen Abend“. Foto: Petra Wunderle Foto: Die Oberbadische

Rheinfelden-Minseln (pem). Allen Freunden des alemannischen Dialekts wurde am Freitagabend ein Leckerbissen der besonderen Art geboten. In der Minselner AWO-Begegnungsstätte trat Uli Führe auf. Gut 70 Besucher sorgten für ein ausverkauftes Konzert. Klaus Weber, Vorsitzender des AWO Ortsvereins Minseln: „Wir haben extra keine Tische aufgestellt damit mehr Leute Platz haben. Allein durch Mundpropaganda war es ruckzuck voll, es ist unser erster Alemannischer Obend mit Reservierungen, es freut mich, dass so viele gekommen sind.“ Und besser hätte der Veranstaltungstermin nicht sein können.

Da am Freitag der „Tag der Frauen“ war, gab es für alle Damen zur Begrüßung ein Glas Sekt und zum Abschied eine Rose. Was aber hat der „Tag der Frau“ mit der AWO zu tun? Marie Juchacz war eine deutsche Sozialreformerin und Frauenrechtlerin. Unter ihrer Leitung wurde 1919 die AWO gegründet. Sie hielt im selben Jahr als erste Frau eine Rede in der Weimarer Nationalversammlung. 1919 konnten Frauen zum ersten Mal vom aktiven und passiven Wahlrecht gebrauch machen.

Der „Alemannische Obend“ mit Uli Führe stand ganz im Rahmen des 100-jährigen AWO-Jubiläums. Die kleine Bühne in warme Lichttöne getaucht, rechts und links die passenden Gitarren, die Atmosphäre gemütlich. Führe brachte den Zuhörern seine eigene Welt und mit Werken des verstorbenen Dichters Manfred Marquardt – Manfred Jung hat sie vertont – mit Gesang und kleinen Anekdoten – alles in Dialekt versteht sich – näher. Texte mit tiefsinnigem Hintergrund, Witz und Charme, gesungene Geschichten die auf jede Art unter die Haut gehen.

Dabei gab der Künstler einiges aus seinem Leben preis und macht sich oft auch ein wenig lustig über das eigene Verhalten. „Guet gmeint“ hat er seinem erwachsenen Sohn gewidmet, aus dem nach allen Untiefen doch noch etwas geworden sei. Hier schaut er heiter selbstkritisch zurück auf seine Jahre als Vater, um dann zu enden: „Er ist trotz der Erziehung ein wunderbarer Mann“.

In erfrischender Weise erzählte er singend von der Sekte, die mit gesenkten Köpfen wie in Trance durch die Stadt läuft und sich anrempelt – die Handygeneration. So wie die Insekten aussterben, so sterben auch die Wörter im Dialekt aus. Aus diesem Grunde hat Uli Führes mit einem neuen Programmpunkt überrascht, mit Wörtern die man gar nicht mehr kennt: Sächeli für Sachen, Lälle für Zunge oder Luser für Lausbub.

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