Rheinfelden Mit dem Krebs leben lernen

Dagmar Dierolf ist überzeugt, dass Yoga die Nebenwirkungen einer Kreserkrankung lindern hilft. Foto: Petra Wunderle Foto: Die Oberbadische

Rheinfelden (pem). „Yoga und Krebs“ – war das zentrale Thema beim Frauen-Kultur-Frühstück im Bürgertreffpunkt Gambrinus am Samstagvormittag. Dagmar Dierolf ist Yogalehrerin und das aus Überzeugung. Und: Sie ist auch Betroffene, denn im Februar 2018 wurde bei ihr Brustkrebs diagnostiziert.

Was aber hat Yoga mit der Erkrankung Krebs zu tun? Dierolf, die im Jahr 2010 ihre Yoga Ausbildung startete, kann somit aus eigener Erfahrung sagen: „Wenn diese Diagnose kommt, dann stoppt das Leben von 180 auf null. Aber auch beim Verlust eines geliebten Menschen oder bei Trennung kreisen die Gedanken immer um das Selbe. Yoga heilt nicht den Krebs, aber es hilft die Nebenwirkungen zu lindern. Yoga wirkt sich auf die Psyche aus, es schaltet das Gedächtniskarussell ab. Aber das passiert nicht gleich von der ersten Stunde an, unser Gehirn braucht acht bis zwölf Wochen, bis das drin ist.“

Dierolf musste erfahren, dass man mit dem Hatha-Yoga bei der Krebstherapie nicht weit kommt. So hat sie zudem eine Ausbildung zur „sanften Yoga-Lehrerin“ gemacht.

Geeignete Atemübungen, leichte Yogapositionen und sanfte Yogaübungen unter Einbeziehung von verschieden Hilfsmitteln wie Yogablöcke, Kissen und Rollen sowie verschiedene Entspannungstechniken wirken sich positiv auf Begleiterscheinungen von Krankheit und Therapie aus und helfen, die Zeit der Behandlungen und der Zeit danach zu erleichtern. Durch die Verbindung von Bewegung und Achtsamkeit werden umfassende Verbesserungen auf psychosozialer und physischer Ebene erreicht, Kraft und Beweglichkeit aufgebaut und das Vertrauen in den eigenen Körper bestärkt.

Dabei spielt es laut der zertifizierten Trainerin keine Rolle an welchem Punkt sich der Teilnehmer befindet: Ob gerade erst die Diagnose Krebs gestellt wurde, er sich aktuell in Behandlung befindet oder nach einer Behandlung wieder neue Kraft gewinnen möchte – Yoga kann fast immer in allen Krankheits- und Therapiestadien praktiziert werden.

Der Aufbau der Stunden orientiert sich am klassischen Hatha-Yoga sowie am Yin-Yoga unter Einbeziehung westlicher Entspannungstechniken wie Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training, Body Scan und Phantasiereisen. Neben den allgemeinen Wirkungen des Yogas, wie die größere Flexibilität der Muskeln, der Beweglichkeit und der Stärkung der Knochen, der Verbesserung der Leistungsfähigkeit von Kreislauf, Atmung und Muskulatur und der Verbesserung der Lungenfunktion wurde in Studien die Verbesserung von Nebenwirkungen wie Stärkung des Immunsystems und Senkung der Schmerzen, Reduktion von Stress, Ängstlichkeit, Depressionen und chronischer Müdigkeit, Verringerung von Stimmungsschwankungen, Übelkeit und die Verbesserung des Selbstvertrauens und der Schlafqualität sowie Reduktion von Entzündungen, Lymphödemen und Neuropathien bei Krebserkrankungen und Therapien nachgewiesen. Yoga ist das Zur-Ruhe-bringen der Gedanken im Geist.

„Die positiven Wirkungen dieser Techniken weckten in mir den Wunsch, dieses Wissen weiterzugeben und Krebspatienten auf ihrem Weg zurück ins Leben zu begleiten und zu unterstützten“, ist Dierolf überzeugt.

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