Rheinfelden „Noch viel Luft nach oben“

Trotz kalten Schauerwetters konnte Rheinfeldens Ortsvorsitzende Karin Paulsen-Zenke (rechts) 14 Radler zur SPD-Velotour durch die Stadt begrüßen. Foto: zVg

Rheinfelden - Zu einer Velotour der SPD durch Rheinfelden fanden sich trotz des kalten Schauerwetters 14 Radler auf dem Oberrheinplatz ein. Mit von der Partie waren Mitglieder der IG Velo, die sich seit langem hier in Rheinfelden für Verbesserungen im Radwegenetz einsetzen.

Klimaschutz, der zunehmenden Autoverkehr, die innerstädtische Nachverdichtung zur Schaffung von neuem Wohnraum sind für die Genossen in Rheinfelden gewichtige Gründe, sich für das umweltfreundliche Verkehrsmittel Zweirad stark zu machen, betonten die Stadträte Uwe Wenk und Elke Streit.

„Es kann nicht allein darum gehen, nur für Pendler eine bessere Fahrradinfrastruktur anzubieten, es geht auch darum, Kindern und der zunehmenden Zahl an älteren Menschen, die auf dem Rad unterwegs sind, die Straßen und Wege möglichst sicher zu gestalten“, stellte Stadträtin Karin Paulsen-Zenke fest. „Denn, wie sonst wollen wir Menschen davon überzeugen, dass es ein Gewinn für alle ist, wenn mehr Menschen auf das Velo umsteigen und nicht alle Wege in der Innenstadt mit dem Auto zurückgelegt werden“, fragte sie weiter.

Im Fahrradklima-Test 2018 des ADFC hat Rheinfelden mit der Note 3.5 abgeschnitten. Nicht schlecht, aber da ist noch viel „Luft nach oben“. Darüber waren sich alle Teilnehmer einig. Dies hatte ja auch der ausführliche Bericht vom städtischen Radverkehrsbeauftragten Patrick Nacke kürzlich im Bau- und Umweltausschuss deutlich gemacht.

Bereits am Oberrheinplatz wurde sichtbar, woran es in der Innenstadt fehlt: Es gibt einzelne gute Ansätze, doch ein Gesamtkonzept mit konsequenter Umsetzung ist bisher nicht erkennbar: Radfahrstreifen, die jedoch schnell enden und beispielsweise in der Elsa-Brändström-Straße regelmäßig zugeparkt werden. In der Werderstraße an der Ampel gibt es zwar einen vorbildlichen Aufstellraum für Radfahrer, aber eine Ampelschaltung, die nur sehr unregelmäßig den Radfahrern einen Vorsprung gewährt. Gerade einmal drei vorbildliche Fahrradabstellbügel, an einem Ort an dem zeitweise über 20 Räder stehen.

Auf der weiteren Tour durch die Karl-Fürstenberg-Straße wurde von den Teilnehmern die Idee einer Fahrradstraße, aber auch Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit in den Kreuzungsbereichen durchdacht und diskutiert. Unterschiedlicher Meinung waren die Teilnehmer über eine Beleuchtung des Schwarzen Wegs entlang des Dürrenbachs, ebenso ob es wirklich sinnvoll ist, den Radfahrstreifen entlang der Römerstraße in einen Fahrradschutzstreifen zurückzustufen, also die durchgezogene Linie aufzuheben. „Wie sicher ist denn ein Fahrradschutzstreifen, wenn nicht einmal die durchgezogene weiße Linie von Autofahrern respektiert wird“, fragte sich ein Teilnehmer.

Fazit am Ende der Radtour von den Teilnehmern: Wenn es gelingen soll, mehr Menschen zum Fahrradfahren zu bewegen, braucht es mehr als nur punktuelle Verbesserungen. Es braucht eine Stadt- und Verkehrsplanung, die den Radverkehr als umweltfreundliches Verkehrsmittel mehr im Fokus hat, als bisher.

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