Von Gerd Lustig

Rheinfelden. Musik lag in der Luft und gab dem Dienstagabend im Bürgersaal eine ganz besondere Note. Kein Wunder: Mit Norbert Dietrich wurde nach knapp 31 Jahren der Leiter der Musikschule in den Ruhestand verabschiedet. Da war es beinahe eine Selbstverständlichkeit, dass Jugendsalon-Ensemble, Streichorchester, Quer- und Saxofon-Ensemble, dazu ein Duo an Klavier und Schlagzeug sowie natürlich als Höhepunkt das Lehrersalon-Orchester erfrischend aufspielten. „Ein denkwürdiger Abend“, hatte daher auch zu Beginn des Festaktes Dieter Burger, Vorsitzender des Musikschulvereins, treffend erklärt.

Ob visionär konstruktiv, offen und fair oder ob konsequent, kompetent, stets ein offenes Ohr und immer da, wo er gebraucht wurde: Wie ein roter Faden zogen sich Lob und Anerkennung für das erfolgreiche Wirken des in der Nähe von Mannheim geborenen, scheidenden Musikschuleiters, für den Rheinfelden längst zur zweiten Heimat geworden ist, durch den Abend.

Für all seine Verdienste rund um Musik und Musikschule zeichnete Oberbürgermeister Klaus Eberhardt den 65-Jährigen mit dem silbernen Verdienstorden der Stadt aus. Gewürdigt wurden damit nicht zuletzt auch die Verdienste, die sich Dietrich als langjähriger Vorsitzender der Bürgerstiftung erworben hat sowie auch die um den Verein Haus Salmegg.

Am Ende der gut zweistündigen Veranstaltung mit rund 150 geladenen Gästen aus Verwaltung, Wirtschaft, Politik, Vereinen, Verbänden und Bildungskooperationspartnern hatte Burger eine weitere Ehrung parat: Dietrich ist künftig Ehrenmitglied. „Ich bin überwältigt, es hat mich schier umgehauen“, gestand der Geehrte, der völlig überrascht war vom vielfachen Lob aus berufenen Mündern und der großen Auszeichnung. „Ich habe alles als Bürger von Rheinfelden getan, und das sehr gerne“, sagte Dietrich gewohnt bescheiden.

Zuvor hatte der OB das Bild der Musikschule als absolute Erfolgsstory gezeichnet, an dem der zu Verabschiedende maßgeblichen Anteil gehabt habe. Er erinnerte an grenzüberschreitende Musikschulfeste, an „Musica è“ und „Insieme“, ans Jubiläumsfest und an das Programm anlässlich der „Grün 07“. „Ihr Feuer hat für die Kultur und das kulturelle Leben stets gebrannt“, lobte Eberhardt.

„Sie haben die Musikschulen entscheidend mitgeprägt“, anerkannte Friedrich-Koh Dolge, zweiter Vorsitzender des Bundesverbandes und des Landesverbandes. Strukturen und Qualitätsmanagement. Das von Dietrich mitentwickelte Projekt „Singen – Bewegen – Sprechen (SBS)“ finde noch heute deutschlandweit Beachtung.

Betriebsratschef Martin Fischer beschrieb den 65-Jährigen als vorbildlich in seinem Wirken, kollegial im Handeln und stets aufgeschlossen für Neues. „Innerer Konsens, tiefes Verständnis und Verantwortungsbewusstsein haben wir an dir geschätzt“, betonte er.

Werner Hilpert, Regionalvorsitzender des Musikschulverbands, nannte den „freundschaftlichen Kollegen“ einen Vordenker in Sachen Musikschulen, der große Spuren hinterlassen habe. „Wir werden dich vermissen“, sagte Hilpert. Das bekundete auch Birgit Barth, die ein Grußwort im Namen der Kooperationspartner in Schulen, Kitas und Vereinen sprach. „Mit der Musikschule hatten wir stets den allerbesten Kooperationspartner, inzwischen profitiert die sehr beachtliche Zahl von 900 Schülern davon“, sagte sie. Die Musikschule sei hier als kommunaler Bildungspartner fest verankert.

Offiziell vorgestellt wurde beim Festakt auch Bernward Braun als Nachfolger von Norbert Dietrich (wir berichten noch).