Rheinfelden Null Toleranz gegen „Auto-Poser“

Die Kreuzung Hardt-/Müßmattstraße (Foto) in Rheinfelden ist einer der aktuellen drei Unfallschwerpunkte. Daneben kracht es auch häufig im Turbinen-Kreisel sowie an der Abzweigung L 139/K3334 bei Adelhausen. Foto: Gerd Lustig

Rheinfelden - Im Schnitt genau 3,3-mal kracht es täglich auf den Straßen im Bereich des Polizeireviers von Rheinfelden. Diesen Wert weist die Verkehrsunfallstatistik für das vergangene Jahr aus. Insgesamt ereigneten sich 1185 Unfälle. Das waren 64 mehr als noch ein Jahr zuvor (plus 5,5 Prozent).

Daher sagt Revierleiter Siegfried Oßwald auch ein wenig ernüchtert: „Auch wenn die Zahlen in einigen Jahren mal runtergegangen sind, so steigt die Kurve kontinuierlich.“

Was ihm und seinen Kollegen besonders Sorge bereitet, ist die deutliche Zunahme von Schwerverletzten im Straßenverkehr. Zwar war im Jahr 2019 kein Verkehrstoter zu beklagen, doch stieg die Zahl der schwerverletzten Personen nach Unfällen von 34 auf 49. „Das ist schon ein dramatischer und heftiger Anstieg“, bilanzierte Oßwald. Die Zahl der nur leicht verletzten Personen sank hingegen um sechs Prozent auf 152. Insgesamt blieb die Zahl der Unfälle mit verletzten Personen gegenüber dem Vorjahr gleich (minus 0,5 Prozent).

Die Anzahl der Unfälle mit motorisierten Krafträdern blieb mit 44 ebenso auf ähnlichem Niveau 2018 wie die der verunglückten Fußgänger im Straßenverkehr mit 15. Bei den Fußgängern gab es allerdings einen schweren Unfall mit einem Schwerverletzten, als am neuen Unfallschwerpunkt an der Kreuzung Hardt-/Müßmattstraße eine Person beim Überqueren des Zebrastreifens überfahren wurde.

Viel mehr Unfallfluchten

Die Zahl der Unfälle mit Beteiligung von Radfahrern blieb weiter auf hohem Niveau und stieg sogar um zwei Unfälle auf nunmehr deren 70.

Zwölf Unfälle, bei denen es viermal Verletzte gab, gingen auf das Konto von E-Bike-Fahrern. Mehr als die Hälfte der Unfälle wurden auch von den Radlern selbst verursacht. Bei den Unfällen mit Beteiligung von Lastwagen weist die Statistik insgesamt 66 Crashs (plus zwei) aus. Zu zwei Dritteln wurden die Zusammenstöße auch vom Schwerverkehr verursacht.

Hauptursachen für Unfälle sind nach wie vor falsches Abbiegen, Verletzung der Vorfahrt, gefährliches Überholen, zu geringer Abstand und überhöhtes Tempo.

Große Sorgen bereitet den Beamten die starke Zunahme der Unfallfluchten. Ihre Zahl stieg von 254 auf 320 im Berichtszeitraum an. Die Aufklärungsquote stieg dabei um einige Punkte auf 44,1 Prozent. Die Polizei setzt hier stark auf die Mithilfe von Zeugen.

Abgenommen hat die Zahl der Fahrer, die sich alkoholisiert ans Steuer gesetzt hatten. Die Zahl sank von 92 auf 78, wobei 26 Unfälle gebaut wurden. Der Bereich Autofahren und Drogen hat mit 67 Fällen wieder das Höchstniveau aus dem Jahr 2016 erreicht.

Nach wie vor wird noch viel ohne Sicherheitsgurt gefahren sowie das Handy während des Fahrens benutzt. Im letzteren Bereich stiegen die Verstöße auf insgesamt 260 (Vorjahr 227).

Was den Beamten letztlich noch große Kopfschmerzen bereitet, ist die zunehmende Zahl von „Auto-Posern“ und illegalen Autorennen auf öffentlichen Straßen. Hierzu erklärt der Revierleiter knallhart: „Bei diesen Verstößen kennen wir null Toleranz.“

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