Von Gerd Lustig

Rheinfelden. „Wir sind dabei, uns dem Optimalzustand zu nähern“, versprühte Bundestagsabgeordneter Armin Schuster (CDU) Optimismus in Sachen Überdeckelung von mindestens 400 Meter der geplanten A 98-Trasse zwischen Minseln und Karsau. Beim gestrigen Vor-Ort-Besuch, zu dem er neben Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer auch den parlamentarischen Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Steffen Bilger, eingeladen hatte, schlug der Gast aus Berlin einen nochmaligen zeitnahen Erörterungstermin vor.

Er sowie Oberbürgermeister Klaus Eberhardt, die Regierungspräsidentin und auch MdB Armin Schuster sollen dabei nochmals über die A 98-Trasse im Bereich Minseln/Karsau diskutieren, und zwar dies vor dem Hintergrund der von der Stadt Rheinfelden in Auftrag gegebenen und fürs Planungsverfahren ins Spiel gebrachten Gutachtens des Büros „Faktor Grün“ (wir berichteten). Dort waren der einzigartigen Dinkelberglandschaft nämlich immens wichtige Achsenfunktionen in der Biotopvernetzung attestiert worden. Das hörte der Staatssekretär sehr wohl, sah zudem, dass es sich auf dem Dinkelberg tatsächlich noch um eine intakte Landschaft handelt. „Ich habe kürzlich eine Rüge vom Rechnungshof erhalten, was kreative Lösungen der Überdeckelung angeht“, dämpfte er aber schon mal die Erwartungen.

Erneute Erörterung vorgeschlagen

Den Vorschlag zu einer erneuten Erörterung im Ministerium in Berlin begrüßten gleichwohl alle, die gestern bei Termin Vorort dabei waren, unter andere Landrätin Marion Dammann, Landtagsabgeordnete Sabine Hartmann-Müller, Gemeinderäte und natürlich die Sprecher der Bürgerinitiative (BI) Tunnel Minseln-Karsau.

Die Bürgerinitiative ist daher froh, dass auch zuletzt von Seiten der Stadt ein deutliches Signal kam, dass die bislang in Aussicht gestellte und ins Verfahren eingebrachte 80-Meter-Grünbrücke zu wenig sind. Rheinfelden habe daher auch die Summe von einer Million Euro als Eigenbeteiligung in Aussicht gestellt, machte Eberhardt geltend. Ebenso habe die Stadt weitere Einsparungen beim tatsächlichen Bau der Trasse aufgezeigt.

Dass mehr als nur die 80-Meter-Grünbrücke hier geboten sind, machte auch Schuster, der sich einst für diese 80 Meter-Querung stark gemacht hatte, um wenigstens einen Fuß in der Tür zu haben, deutlich. Sein Vorschlag gestern: Man sollte es ein bisschen so machen wie die Schweizer, die ihre Autobahn N 2 in der Art realisiert haben, dass sie mit der Wiese quasi mitgewachsen ist. „Irgendwo zwischen 80 und 1000 Meter muss die Überdeckelungs-/Tunnellösung liegen“, forderte Schuster.