Rheinfelden Planänderung für den Investor

Rheinfelden - Der Gemeinderat Rheinfelden wird während seiner Sitzung auch über die Änderung des Bebauungsplans „Stadtgebiet Teilbereich IV“ beraten. Der Bau- und Umweltausschuss hat darüber bereits kontrovers diskutiert. Grob umrissen geht es um das Gebiet zwischen Oberrheinplatz, dem Schäferweg und der Karl-Fürstenberg-Straße bis zum ehemaligen „Teelädele“.

Das Vorhaben

Wobei das Abrissschicksal dieses und seines Nachbarhauses auch Auslöser der bereits vierten Änderung des Plans ist, der im Jahr 1967 in Kraft trat. Auf diesen beiden Grundstücken – Karl-Fürstenberg-Straße 3 und 5 – will ein Privatinvestor ein Wohn- und Geschäftsgebäude errichten. Vorgesehen von Top Immobilien mit der Brugger-Tochter Caroline Donche-Brugger als Geschäftsführerin sind insgesamt 14 Wohnungen. In der Vorlage heißt es dazu: „Das neue Bauvorhaben ist nicht genehmigungsfähig, da es den Festsetzungen des Bebauungsplanes widerspricht. Eine Befreiung kann nicht erteilt werden, da die Grundzüge der Planung berührt sind, sodass zur Realisierung des Vorhabens eine Bebauungsplanänderung erforderlich ist.“ Es ist also eine Planänderung erforderlich, um dem Investor zu seinem Ziel zu verhelfen. Dabei ist eine „Blockrandbebauung“ vorgesehen, der Neubau soll also lückenlos an den Bestand der Eisdiele – ehemals „Kaufhaus May“ – anschließen und auf einer Linie mit den Nachbargebäuden liegen.

Diskussion im Ausschuss

Die Mitglieder des Bauausschusses waren am vergangenen Donnerstag mit der Entwurfsplanung nicht ganz einverstanden. So empfahl CDU-Stadtrat Rainer Vierbaum dem Bauherren, „die Kreativität anzuschmeißen“. Aber die größeren Vorbehalte hatte SPD-Fraktionsvorsitzende Karin Paulsen-Zenke: „Ich befürchte, dass wir damit die Tür für weitere Abrisse von alten Gebäuden in diesem Bereich öffnen.“ Dabei gin es ihr insbesondere um die Häuserzeile am Oberrheinplatz zwischen dem griechischen Restaurant und der Eisdiele.

Aus der Gründerzeit

Diese Gebäude wurden in der Gründerzeit von Rheinfelden vom damaligen Stadtbaumeister Ewald Steffen errichtet. Unter Denkmalschutz stehen sie indes nicht. Dennoch fragte die Sozialdemokratin: „Was ist der Masterplan? Hat Stadtgeschichte hier keinen Platz mehr?“ Zudem erneuerte sie ihren Wunsch nach einem Gestaltungsbeirat und forderte die Möglichkeit eines Ensembleschutzes zu prüfen. Diese nach seinen Worten „schwerwiegenden Argumente“ veranlasste Heiner Lohmann zu dem Hinweis, es müsse in seiner Fraktion noch diskutiert werden.

CDU-Stadtrat Dieter Meier entgegnete, dass an der Karl-Fürstenberg-Straße auch modernere Gebäude stehen. Und Oberbürgermeister Klaus Eberhardt sah in diesem Bereich sowieso keine „homogene Bebauung“. Mittlerweile hat die CDU-Fraktion intern noch einmal das Thema besprochen. Wie ihr Vorsitzender Paul Renz gestern mitteilte, schlägt sie vor, die „Steffen-Häuser“ als „stadtbildprägendes Ensemble mit besonderem Charme“ als gesamthaftes Denkmal unter Schutz zu stellen.

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