Rheinfelden Große Vorbehalte gegen kleine Häuschen

Andrea Bernbach würde ihr Grundstück in Ober-Eichsel gerne für sogenannte Tiny Houses nutzen. Foto: Petra Wunderle

Rheinfelden-Eichsel - Andrea Bernbach hat sich für ihr Grundstück in Ober-Eichsel etwas Spezielles ausgedacht: „Tiny Houses“. Derartige Mini-Wohnhäuschen (auf Rädern) würde sie dort gerne errichten und eines davon auch selbst bewohnen. Im Eichsler Ortschaftsrat stieß das Projekt aber auf wenig Gegenliebe. Das Gremium nahm die Bauvoranfrage bei sieben Gegenstimmen und einer Enthaltung zur Kenntnis.

„Tiny Houses“ gelten als alternative, oft auch ökologische Bauform. Hierbei handelt es sich um Häuser im Miniformat, die vergleichsweise günstig sind. Andrea Bernbach, die in Nollingen lebt, aber gebürtige Eichslerin ist, stellte dem Ortschaftsrat jüngst ihr Bauvorhaben vor. Es sorgte im Gremium für eine intensive Debatte.

Überzeugt von der Philosophie der "Tiny Houses"

Bernbach würde gerne sechs „Tiny Houses“ auf Rädern bauen. Ihr Grundstück liegt an der Adelhauser Straße, gegenüber der Einfahrt in die Schlossgartenstraße. „Auch will ich solch ein Haus für mich selber bauen“, sagte Bernbach und legte dem Gremium einige Bildbeispiele vor. Sie habe sich diese Bauform angeschaut und sei überzeugt von der Philosophie dahinter, hielt sie fest.

Die von ihr angedachten Minihäuschen auf Rädern wären im Durchschnitt 2,55 Meter breit, bis zu neun Meter lang und vier Meter hoch. Ein Ziel von Bernbach ist auch, dass auf ihrem Grundstück eine Gemeinschaft für jüngere und ältere Menschen entsteht, die sich auch gegenseitig helfen.

„Die Infrastruktur – Strom, Wasser und Abwasser: Alles wird gemacht wie bei einem üblichen Hausbau. Zu jedem Haus gehört auch ein Parkplatz. Die Interessenten bekommen auf meinem Grundstück dann einen Platz für ihr persönliches Tiny House zugeteilt und zahlen Pacht“, beschrieb Bernbach ihr Vorhaben.

Kritische Wortmeldungen aus dem Gremium

Im Ortschaftsrat gab es dazu etliche Wortmeldungen. „Ich finde nicht, dass man hier eine Art Campingplatz reinmacht. Außerdem müssen es drei Parkplätze mehr sein“, lautete die Ansicht von Edith Brodbeck. Und Birgit Eichkorn sagte: „An diesem Platz kann ich dem nicht zustimmen.“

Andreas Wolf wusste: „Sobald ein Haus steht, wird es zum Wohnhaus, und dann gelten Bestimmungen. Man braucht Statik, Zufahrt und Anschlüsse.“ Gunter Hildebrand sprach von Tiny Houses als Naturerlebnis. „Und das erkenne ich hier nicht. Ästhetisch ist es nicht sinnvoll“.

Bernbachs Konzept fand Stephan Brachat „grundsätzlich nicht schlecht“. Er fragte sich aber, ob die „Tiny Houses“ ins Ortsbild passen. Alexander Höferlin fand die Idee auch gut, aber die Stelle für das Projekt sei „am falschen Ort“.

Überzeugt von dem Grundgedanken zeigte sich auch Katharina Brugger-Peuckert, „aber hier mitten im Ort finde ich es nicht so gut“. Ortsvorsteher Stefan Eckert sagte abschließend: „Ich finde es eine Alternative zur aktuellen Wohnsituation, aber der Standort sollte in der offenen Natur, in einem Randbereich sein.“

Auch die Nachbarn äußern Bedenken

Bedenken äußerte im Ortschaftsrat auch das Ehepaar Bewernick, welche direkte Nachbarn des Grundstücks sind. Dazu gehörte unter anderem die Sorge um die Sozialverträglichkeit, falls die Minihäuschen zu „Party-Domizilen“ umfunktioniert würden, wie Uwe Bewernick es formulierte.

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