Rheinfelden Rheinfelden beharrt auf Tunnel

Jetzt hat der Gemeinderat von Rheinfelden eine Resolution für eine 390 Meter lange Überdeckelung der A 98 im Abschnitt zwischen Minseln und Karsau verabschiedet. Unser Symbolfoto zeigt die A 98 im Bereich von Binzen (Archivfoto). Foto: Tim Nagengast

Rheinfelden - Eindeutiger hätte das Signal nicht ausfallen können. Per einstimmigem Votum hat sich der Gemeinderat Rheinfelden in seiner Sitzung am Dienstag hinter die von der Verwaltung vorgeschlagene Resolution zur A 98 gestellt. Das Gremium bekräftigte damit erneut den bereits im Juli 2014 gefassten Beschluss zum Ja zur Überdeckelung der Trasse im Abschnitt A 98.5 zwischen Minseln und Karsau und einem 390 Meter langen Tunnel, verbunden mit einer finanziellen Beteiligung in Höhe von einer Million Euro.

Ziel von Stadt und Lokalpolitik war und ist es, nach den unterschiedlichen Auffassungen der Verkehrsministerien in Bund und Land, die in den jüngsten Schriftwechseln offenbar wurden, nochmals eine klare Botschaft zu senden, dass die Stadt bei der A 98 an einem Strang zieht und hier mit einer Stimme auftritt.

Quer durch alle Fraktionen sprach sich der Gemeinderat für die Resolution mit folgendem Wortlaut aus: „Die Stadt Rheinfelden begrüßt ausdrücklich die Position des Landes aus Gründen des Naturschutzes, des Landschaftsbildes und der Verbindung von ökologisch bedeutenden Korridoren – hier insbesondere für Wildtiere –, aber auch aus Gründen des Lärmschutzes.“ Gleichzeitig wird der Oberbürgermeister ermächtigt, sich weiterhin nachdrücklich für das Projekt Überdeckelung bei den Behörden und Ministerien von Bund und Land sowie den Abgeordneten als Vermittler einzusetzen.

BI ist optimistisch

„Klar positionieren für die rechtlich zumutbare und wirtschaftlich darstellbare Tunnelvariante“, das hatte Paul Renz (CDU) gefordert. Ebenso plädierte er für ein baldiges klärendes Gespräch zwischen Bund und Land. Dem „Hickhack“ ein Ende setzen und ein „weg von Schuldzuweisungen“, verlangte Klaus Weber (SPD). „Es muss wohl ein weiter Weg sein von Stuttgart nach Berlin?“, fragte Karin Reichert-Moser (Freie Wähler) ironisch. Das „gegenseitige Zuspielen des Schwarzen Peters sei nicht angebracht, befand Heiner Lohmann (Grüne). Das Kumulative der Schutzgüter sei letztlich ausschlaggebend für den Tunnel. CDU-Landtagsabgeordnete Sabine Hartmann-Müller forderte indes eine finanzielle Beteiligung des Landes.

Zu Beginn der Sitzung hatte Uwe Tittmann, einer der drei Sprecher der Bürgerinitiative (BI) Tunnel Minseln-Karsau, die Bedeutung einer längeren Überdeckelung der Trasse über den Dinkelberg herausgestellt. Auch wenn die BI letztlich bei ihrer Maximalforderung von einem einen Kilometer langen Tunnel bleibt, freue man sich über die Kehrtwende des Regierungspräsidiums als Planungsbehörde nach dem Erörterungsverfahren vor zwei Jahren.

Die Abkehr von der ursprünglich ins Verfahren eingebrachte Grünbrücke von lediglich 79 Metern hin zu der Überdeckelung von 390 Metern Tunnel durch das Verkehrsministerium in Stuttgart wird daher nachdrücklich begrüßt, weil so der Schutz von Mensch und Natur stärker berücksichtigt werde. „Der Wurm ist drin – der Wurm muss usse“, bemühte Tittmann letztlich das Karsauer Fasnachtsmotto und hofft so auf eine gute Entscheidung in Berlin.

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