Rheinfelden Rotes Rücklicht abgeschraubt

Stellvertreter Thomas Dietsche (rechts) ehrte den SPD-Vorsitzenden Nico Kiefer. Trotz seines jungen Alters gehört dieser der Partei bereits seit zehn Jahren an. Foto: Heinz Vollmar

Rheinfelden-Herten - Hertens SPD-Vorsitzender Nico Kiefer ist angesichts der aktuellen Prognosen auf Bundesebene für seine Partei voller Euphorie. „Wir haben schöne Zeiten wie nie, und es geht nur noch vorwärts“, freute er sich bei der Mitgliederversammlung seines Ortsvereins.

Kiefer mahnte aber auch zur Vorsicht: Man dürfe den Tag nicht vor dem Abend loben. Trotzdem, so sagte Kiefer, habe er das rote Rücklicht an seinem Fahrrad bereits abgeschraubt habe. Schließlich gehe es für die SPD zurzeit nur noch vorwärts.

Klimaneutral in 24 Jahren?

Im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung standen indes Referate zu den Themen Klima, Arbeit und Wohnen, die von den anwesenden zehn Mitgliedern kontrovers diskutiert wurden.

In seinem Einstiegsreferat zum Thema Klima sagte Kiefer, dass der Klimawandel zum größten Einschnitt in der Lebensqualität der Menschen zu werden scheine. Es sei daher an der Zeit, umzudenken und alternative Energieformen zu fördern. Dazu zählte er neben der Solarenergie die Wasserstofftechnologie wie auch die Windenergie. Gleichzeitig müsse es aber auch um Energieeinsparung und die Verringerung der CO 2-Emissionen gehen. Ziel der SPD sei es, bis in 24 Jahren Klimaneutralität zu erreichen.

Alfred Winkler hebt mahnend den Zeigefinger

Kritisch äußerte sich SPD-Vorstandsmitglied Alfred Winkler zu den in Deutschland vorgegebenen energetischen Maßnahmen wie auch die Auflage, auf jedem Haus Solaranlagen zu montieren. All dies würde dem Weltklima nichts nützen, sagte das SPD-Urgestein. Im Übrigen müsse man sich vergegenwärtigen, dass sämtliche Energiemaßnahmen auch ihren Preis hätten und die Menschen finanziell belasten würden. Man müsse daher den Menschen auch die Wahrheit sagen, auf was sie sich finanziell einließen, wenn sie energetische Maßnahmen umsetzten. Dies gelte vor allem für Geringverdiener, denen man aus SPD-Sicht entsprechende Zuschüsse zubilligen müsse. Insofern trete die SPD für eine sozial verträgliche Energiewende ein.

Jede vierte neue Wohnung sozial fördern

Mit den Worten, dass „soziale Belange“ beim Wohnungsbau verstärkt in den Vordergrund gerückt werden müssten, stellte Winkler das Thema Wohnen in den Mittelpunkt seines Referats.

Er skizzierte ein Bild, das von steigenden Miet- und Grundstückspreisen geprägt war, aber auch durch gesetzlich fixierte ökologische Standards beeinflusst wird. Gleichzeitig unterstützte er die Wahlaussage des SPD-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz, der pro Jahr 400 000 neue Wohnungen bauen will, wovon 100 000 öffentlich gefördert werden sollen. Für den sozialen Wohnungsbau forderte Winkler eine längere Mietpreisbindung.

Der stellvertretende Vorsitzende des SPD-Ortsvereins, Thomas Dietsche, setzte sich bei der Mitgliederversammlung beim Thema Arbeit für gerechtere Löhne, sichere Arbeit sowie eine Aufwertung in Bezug auf die sozialen Dienstleistungsberufe ein. Mehr Mitspracherechte sowie mehr Selbstbestimmung zählten darüber hinaus zu den Aussagen, für die sich die SPD entsprechend ihrem Wahlprogramm für die Bundestagswahlen einsetzen will.

Delegierten-Wahl

Als Delegierte zum SPD-Kreisparteitag wurden Nico Kiefer und Regina Wessely gewählt. Zu Ersatzdelegierten bestimmten die Mitglieder Thomas Dietsche und Hans Schiffmann.

Wahlstand am „Adler“

Mit einem Wahlstand am Gasthaus „Adler“ informiert der Hertener Ortsverein morgen, Samstag, von 8.30 bis 12.30 Uhr die Bürger über das Wahlprogramm der SPD zur kommenden Bundestagswahl.

Rheinfelden-Herten (mv). Mit einer Urkunde und einer Ehrennadel wurde bei der Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins Herten (siehe obenstehenden Artikel) der Vorsitzende Nico Kiefer geehrt.

In seiner Laudatio verwies der stellvertretende Vorsitzende, Thomas Dietsche, auf die zehnjährige Mitgliedschaft des jungen Vorsitzenden. Kiefer sei seither ein außerordentliches und bemerkenswertes Mitglied, das bereits mit 16 Jahren in die SPD eintrat. Außergewöhnlich sei in Bezug auf den Vorsitzenden auch, dass er sich schon in sehr jungen Jahren für die SPD-Politik interessierte und seither in zahlreichen Funktionen – etwa im Jugendparlament der Stadt Rheinfelden, im Kreisverband sowie im Ortschaftsrat – engagierte und nach wie vor einbringe. Dies etwa auch als Fraktionsvorsitzender der SPD im Ortschaftsrat und als zweiter stellvertretender Ortsvorsteher. Der SPD-Ortsverein habe mithin noch nie einen so jungen, innovativen und engagierten Vorsitzenden in seiner Mitte gehabt, lobte Dietsche.

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