Rheinfelden Sanierter Bleichweiher als Biotop

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Ein Bagger entschlammt den Bleichweiher. Die Sanierung pünktlich zur Laichsaison soll dazu beitragen, dass ein Biotop für heimische Tierarten entsteht. Foto: M. Strittmatter

Nach der Entschlammung ist Lebensraum für Amphibien, Vögel, Fledermäuse und eine Vielzahl von Insekten geschaffen worden. Die Naturschutzbehörde bittet darum, dass keine Fische ausgesetzt werden.

Der Bleichweiher nahe Minseln (Rheinfelden), auch Schlossweiher genannt, wurde pünktlich zur Laichsaison saniert und somit in seiner ökologischen Funktion als Biotop für heimische Tierarten gestärkt. Dabei wurde er entschlammt und von ausgesetzten Fischen befreit, sodass er wieder als Lebensraum für Amphibien, Vögel, Fledermäuse und eine Vielzahl von Insekten dienen kann.

Fische erfordern Aktion

Die Entdeckung eines ungewöhnlich großen Fischbestands durch den Ortschaftsrat Minseln führte zu der vorzeitigen Intervention – die regelmäßige Entschlammung wäre erst in ein paar Jahren durchgeführt worden. Der Fund von Goldorfen, eine Zierfischart, die bis zu 50 Zentimeter lang werden kann, erforderte die Maßnahme. Sie stammten aus Hausteichen oder Aquarien. In der freien Natur richtet diese Fischart erhebliche Schäden an, teilt das Landratsamt mit: Die Fische gefährden nicht nur den Laich und die Kaulquappen von Amphibien, sondern fressen auch ausgewachsene Amphibien. Insbesondere Frösche, Kröten und Molche hatten es in den trockenen Sommern der vergangenen Jahre ohnehin schwer, zu überleben. Sie sind auf fischfreie oder zumindest fischarme Gewässer angewiesen.

Projekt „Naturperlen“

In einer Region, in der natürliche Tümpel oder von Menschen geschaffene Weiher eine Seltenheit darstellen, gilt es derartige Flächen zu schützen und zu erhalten. Die Sanierung des Bleichweihers wurde von der Unteren Naturschutzbehörde über das Landkreisprojekt „Naturperlen“ zum Schutz gefährdeter Tier- und Pflanzenarten im Landkreis Lörrach in Kooperation mit dem Landschaftserhaltungsverband (LEV) und dem Regierungspräsidium Freiburg initiiert. Dank der guten Zusammenarbeit mit der Gemeinde Rheinfelden und dem Ortschaftsrat Minseln sowie der finanziellen Unterstützung durch beteiligte Behörden konnte die Entschlammung erfolgreich durchgeführt werden. Eine gezielte Befischung durch den Fischereiaufseher trug dazu bei, den Fischbestand deutlich zu reduzieren.

Zu den Maßnahmen zählten auch die Entfernung von Schilf und die Ausbaggerung eines Teils des Gewässers, um einer Verlandung entgegenzuwirken. Die fachliche Begleitung stellte sicher, dass wichtige Bestandteile des Lebensraumes belassen werden konnten und beispielsweise Vögeln weiterhin Brutmöglichkeiten geboten werden. Erste Beobachtungen zeigen bereits positive Entwicklungen: Der Zwergtaucher balzt am Weiher und die Wasserralle wurde im Schilfbereich gesichtet.

Es bleibt zu hoffen, dass sich die Amphibienbestände erholen und der Bleichweiher wieder für einige Jahre sich selbst überlassen werden kann. Dabei ist es von Bedeutung, die Balance des Wasserlebensraums zu erhalten. Die Naturschutzbehörde bittet daher darum, keinerlei Fische aus Aquarien oder Hausteichen in dieses (und andere) natürliche Gewässer zu setzen. Ein verantwortungsvoller Umgang schützt das Gewässer und trägt zu einem gesunden Ökosystem bei.

Für Interessierte findet am Sonntag, 14. April, 10 Uhr, eine Begehung um den Weiher mit Ortsvorsteherin Eveline Klein und Claudia Salach von der Unteren Naturschutzbehörde statt.

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