Rheinfelden Schottergarten kommt nicht gut an

Schottergärten (links) kommen im Rheinfelder Bau- und Umweltausschuss (links) nicht besonders gut an, das Gremium hätte lieber bepflanzte (rechts), auch wegen des Umwelt- und Klimaschutzes. Foto: Archiv

Rheinfelden - Sie tun Natur und Klima nicht gut und sind auch noch gemäß geltenden Bauvorschriften unzulässig: Schottergärten oder Steingärten. Und dennoch nehme diese als „pflegeleicht“ geltende Modeerscheinung zur Gestaltung der Gartenbereiche und Vorgärten in der Stadt sowie in den Ortsteilen immer mehr zu.

Darüber berichteten Christian Rooks, Leiter der Baurechtsabteilung im Rheinfelder Rathaus, sowie Patrick Pauli von der Planungs- und Umweltabteilung in der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses.

Ein echtes Anliegen der Bürger, bei dieser Unart einzuschreiten und zu kontrollieren, hat Pauli seit einiger Zeit ausgemacht. Und dennoch: Angesichts des wachsenden Problems und der schmalen personellen Ausstattung und Kapazitäten der zuständigen Ämter zeigte sich Amtsleiter Rooks ein wenig resigniert: „Wir können fast nichts dagegen machen, uns fehlen schlichtweg die Kontrollkapazitäten“, machte er deutlich. Rückbauverordnungen seien immer schwierig, um die Sache letztlich zum gewünschten Erfolg zu führen. Und wenn es gar um illegal erstellte Hütten auf den Grundstücken gehe, sehe sich das Amt oftmals Beleidigungen und sogar Drohungen gegenüber den Mitarbeitern ausgesetzt.

Das nahmen auch die Mitglieder des Ausschusses schweren Herzens zur Kenntnis. Die Kröte aber einfach nur so schlucken, das wollte man dann aber auch nicht.

„Eine Anordnung zum Rückbau von Schottergärten, die für mich eine schlimme Modeerscheinung sind, hätte vielleicht eine Signalwirkung“, betonte Karin Paulsen-Zenke (SPD). Auch regte sie Gespräche mit Gartenbaubetrieben an, damit dort die Kunden über die eigentlich unzulässigen Steingärten informiert und aufgeklärt werden.

Ebenso regte sie entsprechende Flyer in den Abteilungen in den Baumärkten an. Informieren statt kontrollieren, darauf setzt im Übrigen auch Patrick Pauli von der Umweltabteilung. Pflanzen und Grün wirkten sich dank Verdunstung und Schattenwurf positiv auf die Umgebung und das Klima aus. Und so appellierte er, dass bei der Anlage von Gärten und Vorgärten mehr auf Insektenfreundlichkeit und echtes Grün Wert gelegt wird.

Noch mehr in die Bebauungspläne reinschreiben und festlegen: Dafür plädierte Dieter Meier (CDU). „Nur so haben wir auch eine echte rechtliche Handhabe, um gegen Schottergärten etwas zu unternehmen“, erklärte er. Reinhard Börner (Freie Wähler) empfahl zudem, auch ein Auge auf Dachbegrünungen zu haben. Da seien viele, obwohl im Bebauungsplan festgelegt, auch nach Jahren noch nicht angelegt. Heiner Lohmann (Grüne) hatte vor allem die Biodiversität im Sinn, zumal dieses Thema dem Land Baden-Württemberg wichtig sei. „Vielleicht können hier auch Fördergelder fließen“, hofft er.

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