Rheinfelden Selbstbewusst und eigenständig

Mit einem bewegenden Festakt wurde am Freitagabend das 750-jährige Bestehen von Karsau und Riedmatt gefeiert. Foto: Petra Wunderle Foto: Die Oberbadische

Mit einem bewegenden Festakt wurde am Freitagabend das 750-jährige Bestehen von Karsau und Riedmatt gefeiert. Mehr als 300 geladene Gäste zeigten sich beeindruckt von der Jubiläumsveranstaltung.

Von Petra Wunderle

Rheinfelden-Karsau. Für manch einen Politiker war es auch das Podium, zu politisieren: So reichten die Themen vom historischen Rückblick bis zur Gegenwart und den ehrenamtlichen Helfern, aber auch Klimawandel und Bienensterben sowie die Geschichte des Brauereiunternehmens Erdinger wurden aufs Tapet gebracht.

Jürgen Räuber begrüßte die Gäste, und Gabi Rüsch führte durch das bis Mitternacht dauernde Programm. Ehrengast war der wohl bekannteste Sohn Karsaus, Werner Brombach. Er ist der Enkel des Riedmatter Franz Brombach, der in Erding die gleichnamige Privatbrauerei aufgebaut hat. Seine Anwesenheit unterstreiche das besondere Verhältnis, das unabhängig von den bestehenden familiären Verbindungen zu Riedmatt und Karsau bestehe, sagte Räuber.

„Die Bedeutung eines solchen Ortsjubiläums trägt entscheidend zur Stärkung des Wir-Gefühls im Ort bei. Dabei geht es nicht nur um den Blick auf eine traditionsreiche Geschichte, sondern auch um eine Ist-Bestandsaufnahme sowie eine Präsentation der Lebendigkeit der Ortschaft nach außen“, freute sich Rheinfeldens Oberbürgermeister und Schirmherr Klaus Eberhardt.

Bisweilen distanziert

Er sprach Themen an, die eine ganz besondere Bedeutung für Karsau haben, um dann zu dem Ergebnis zu gelangen: „Auch das jüngere Jahrhundert stellt für mich die Besonderheiten von Karsau dar. Selbstbewusst, eigenständig, ein gepflegtes und zuweilen auch ein distanziertes Verhältnis zu den Chanälern. An dieser Stelle sollen die gemeinsam entwickelten Punkte angerissen werden: Viele Planungen wurden auf den Weg gebracht, der Gebäudeunterhalt mit der Gemeinde abgestimmt, die Sportentwicklung am Panoramastadion sind noch nicht abgeschlossen, und bei der Überdeckelung der A 98 gab es eine solidarische Einstimmigkeit“, bilanzierte der OB.

„Insofern gibt es Anlass dafür, dass Karsau und Chanäler richtig zusammenfinden können, so wie es 1540 Karlesowe und Riedmatten sowie Beuggen getan haben.“ Damit traf Eberhardt wohl den Nerv aller, denen das Wohl Karsaus am Herzen liegt. „Uns verbindet unsere Geschichte, von der feudalen Herrschaft bis zur Demokratie“, betonte die parlamentarische Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter in ihrer Festansprache.

Auf der Höhe der Zeit

Das, was Karsau in den 750 Jahren erreicht habe, dazu passe das Symbol der Gemeinde, der Bienenstock. „Man geht den Dinge nicht aus dem Weg, man packt sie an“, packte die Staatssekretärin ihre Gefühle in Worte. Die ehrenamtlich Engagierten lobte sie: „Ich ziehe den Hut vor allen, sie alle tragen dazu bei, dass Karsau Heimat und auf der Höhe der Zeit ist.“ Erster Landesbeamter Ulrich Hoehler war der erste Gastredner, der ein Jubiläumsgeschenk für Karsau mit dabei hatte, was dann Schwörstadts Bürgermeisterin Christine Trautwein-Domschat mit einem „Bänkle“ toppte. Den Reigen der Reden schloss die Landtagsabgeordnete Sabine Hartmann-Müller.

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