Rheinfelden Solidarität darf kein Fremdwort sein

Auch eine Fahrraddemo gehörte z um Programm der zentralen Veranstaltung des DGB am Tag der Arbeit. Foto: Gerd Lustig

Rheinfelden - „Solidarität ist Zukunft“: Dieses Motto hatte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) für den diesjährigen Tag der Arbeit am 1. Mai ausgerufen. Bereits zum zweiten Mal fand die traditionell im Kastanienpark in Rheinfelden ausgerichtete zentrale Kundgebung unter Corona-Auflagen statt. 50 Teilnehmer waren behördlich zugelassen – und die waren auch präsent.

Der Hauptansprache von Bezirksleiterin Petra Hartwig von der IG Bergbau – Chemie – Energie (IG BCE) ging eine Fahrraddemonstration voraus. „Wir lassen uns auch von einem bösen Virus keinen Strich durch die Rechnung machen und zeigen, wofür es zu streiten gilt“, sagte Hartwig. Daher freute sie sich, dass bei der Fahrraddemo – trotz regnerischen Wetters – etwa 30 Velofahrer dabei waren, darunter auch Oberbürgermeister Klaus Eberhardt.

Ausgestattet mit gelben und orangefarbenen Westen, Wimpeln und Fahnen machte sich der Tross, eskortiert von einem Polizeifahrzeug, auf eine gut halbstündige Runde durch die Stadt mit Stopps bei den Firmen Aluminium sowie Evonik und zeigte sich mit dem DGB solidarisch.

„Niemand bewältigt die Pandemie allein. Nur zusammen finden wir den Weg in eine gute Zukunft, mit guten Arbeitsbedingungen für alle in einer gesunden Umwelt“, betonte die Bezirksleiterin. Nur gemeinsam werde die weitere Spaltung der Gesellschaft verhindert werden können.

Bleibt soziale Kälte als Folge der Coronaregeln?

Größere Sorgen bereitet Hartwig indes das mit Beginn der Pandemie immer wieder propagierte und auch zu praktizierende „social distancing“ mit strenger Kontaktbeschränkung. „Was nehmen unsere Kinder von einem solchen Leben mit?“, fragte sie und befürchtet künftig ein Klima der sozialen Kälte, dem entschieden entgegengetreten werden müsse. Es müsse also weiter gelten, dass die Menschen füreinander einstehen und den Schwächeren helfen, wo Hilfe gebraucht wird. Letztlich lautete ihr Aufruf: „Lasst uns weiterkämpfen und Zeichen der Solidarität setzen – Glück auf.“

DGB-Kreisvorsitzender Thomas Schwieger mahnte nicht nur Solidarität in der Pandemie an, sondern auch in der Arbeitswelt und vor allem im sozialen Wohnungsbau. Auch in der Region werde es immer schwerer, bezahlbaren Wohnraum zu finden.

Land soll sich für sozialen Wohnungsbau engagieren

„Bezahlbarer Wohnraum ist ein Menschenrecht“, prangerte er an und schlug eine Landesentwicklungsgesellschaft vor, die sich für den sozialen Wohnungsbau einsetzt.

Auch Rheinfeldens Oberbürgermeister Klaus Eber­hardt sieht bei weiter anhaltender Pandemie die Gefahr der Spaltung der Gesellschaft. Schnellstmöglich gelte es, von den Anordnungen wieder hin zu Diskussionen im Sinne der Demokratie zu kommen, erklärte er in seinem Grußwort. Grundsätzlich freute er sich, dass der DGB bei einer zentralen Veranstaltung zum Tag der Arbeit am Standort in Rheinfelden traditionell festhält.

„Solidarität darf kein Fremdwort, sondern muss gelebter Alltag sein“, forderte DGB-Gewerkschaftssekretär Jan Wieczorek. Und das gelte nicht nur am 1. Mai, sondern an jedem Tag im Jahr. Solidarität sei das Fundament der Demokratie.

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