Rheinfelden Sorge vor Personalabfluss

pm
Ob das Kreiskrankenhaus in Rheinfelden früher als geplant geschlossen wird, ist noch nicht entschieden. Foto: Tim Nagengast

Die Interessengemeinschaft gegen eine vorzeitige Schließung des Kreiskrankenhauses Rheinfelden wendet sich erneut mit einem offenen Brief an Landrätin Marion Dammann und Kliniken-Geschäftsführer Udo Lavendel.

Das Papier haben die Mediziner Ludwig Fitze, Judith Friedrich-Riemenschneider, Jamal Alshoukri und Friedrich Hauss sowie OB Klaus Eberhardt, Klaus Schäuble, Hannelore Nuß sowie der IG-Sprecher und Arzt Udo Schwehr unterzeichnet. In ihrem Brief äußern sie namens der IG „große Sorge“ über die geplanten Restrukturierungsmaßnahmen der Kreiskliniken Lörrach mit der beabsichtigten vorzeitigen Schließung der Kliniken in Rheinfelden und / oder Schopfheim noch vor der für 2025 geplanten Eröffnung des neuen Zentralklinikums.

Schwierige Versorgung

„Wir glauben, dass die schon derzeit schwierige stationäre zeitnahe und gute Versorgung der Patientinnen und Patienten des Landkreises Lörrach, vor allem in Zeiten von lnfektionswellen, durch diese einschneidenden Maßnahmen weiterhin sich erheblich verschlechtern wird, heißt es in dem Brief an die Landrätin und den Kreiskliniken-Geschäftsführer.

Stammpersonal halten

Selbst wenn es gelingen könnte, die wegfallenden Betten in Rheinfelden und Schopfheim rein zahlenmäßig in den Kliniken Lörrachs zu reorganisieren, glauben die Unterzeichner des offenen Briefs nicht, dass die angedachte Reduktion des Personals „es noch zulassen würde, unsere kranken Menschen im Landkreis ausreichend gut versorgen zu können“.

Und: „Wir sind auch nicht davon überzeugt, dass das Stammpersonal der Kliniken in Rheinfelden und in Schopfheim, wie von Ihnen ja erhofft, nahezu vollständig den Umzug mitmachen wird, sondern stattdessen viele auch den Kreiskliniken durch Kündigungen den Rücken kehren.“

Aus sicht der Interessengemeinschaft wäre eine solche Entwicklung „fatal“, weil das Stammpersonal beim geplanten Umzug in das neue Zentralklinikum dringend gebraucht werde. Gutes und eingearbeitetes Personal sei bekanntermaßen extrem schwierig zu finden.

Fachkräftemangel bedenken

„Außerdem bezweifeln wir die Sinnhaftigkeit von zwei großen Umzügen innerhalb von weniger als zwei Jahren auch in Hinblick von angedachten Kostenersparnissen und den großen logistischen Herausforderungen eines jeden Umzugs. Wir geben auch zu bedenken, dass die unseres Erachtens zu erwartenden großen Versorgungsdefizite in der stationären Versorgung der Kreiskliniken keinesfalls ausgeglichen werden könnten durch kompensatorische ambulante Betreuung durch Hausärzte und Fachärzte“, schreiben die Vertreter der IG. Denn auch in diesem Bereich verstärke sich der Mangel weiter.

Ruf nach Charmeoffensive

„Wir möchten daher an Sie appellieren, diese Entscheidung nochmals zu überdenken und zu revidieren und stattdessen sich voll darauf zu fokussieren, einen guten und termingerechten Start des neuen und modernen Zentralklinikums zu realisieren mit einem fachlich ausgezeichnet aufgestelltem neuen Team und großer Charmeoffensive, um so auch wieder das Vertrauen der Bevölkerung auf breiter Basis zurückzugewinnen“, heißt es abschließend in dem offenen Brief an Landrätin Marion Dammann und Udo Lavendel, Geschäftsführer der Kreiskliniken Lörrach.

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