Rheinfelden Stadt braucht Hilfe der Industrie

Unter Einhaltung der Covid-19-Hygienemaßnahmen der Evonik war auch eine Führung über den Standort mit den Vertretern der Günen-Stadtratsfraktion möglich. Foto: zVg/Evonik Industries

Rheinfelden - Der Produktionsstandort der Evonik in Rheinfelden stellt nicht nur Spezialchemikalien für eine Vielzahl von Anwendungen her, sondern arbeitet auch aktiv daran, Nachhaltigkeitsprojekte voranzutreiben. Welche das sind, das erfuhren Mitglieder der Rheinfelder Grünen-Fraktion kürzlich bei einem Vor-Ort-Termin.

Evonik stellt in Rheinfelden unter anderem Wasserstoff her und ist seit Jahrzehnten Experte in der Produktion und im Umgang mit dem Rohstoff, der aktuell in aller Munde ist. Nicht zuletzt die Wasserstoffstrategie der Bundesregierung hat Wasserstoff auf die deutschlandweite politische Agenda gesetzt.

„Wasserstoff ist für uns sowohl ein Energieträger als auch ein chemischer Rohstoff“, erläutert Standortleiter Olaf Breuer bei dem Termin mit den politischen Vertretern aus Rheinfelden. „Natürlich haben wir auch konkrete Ideen, wie man hier an unserem Industriestandort nicht nur den klassischen grauen Wasserstoff, sondern auch den blauen und grünen Wasserstoff herstellen könnte.“ Dabei würde man mögliche Projekte immer nach drei zentralen Fragestellungen bewerten: Sind diese technisch möglich, ökologisch sinnvoll und ökonomisch umsetzbar?

Ein wichtiger Faktor spiele laut Breuer insbesondere bei dem Faktor Ökonomie auch der politische Wille und die Unterstützung seitens der Bundes- und Landesregierung beispielsweise durch die Förderung der Produktion von grünem Wasserstoff.

Aktuell sei dieser in der Herstellung noch zu teuer. Interessant kann hier als Zwischenschritt auch die Herstellung von blauem Wasserstoff sein, bei dem über den Erdgasweg Wasserstoff (H2) hergestellt und das dabei entstehende Kohlendioxid (CO2) abgetrennt und weiterverwendet wird. CO2 sei auch das große Thema der Grünen im Gemeinderat Rheinfelden, hielt Fraktionsvorsitzender Heiner Lohmann im Gespräch mit Evonik fest: „Wir können als Kommune die bis 2030 geplante fünfzigprozentige Reduzierung der städtischen CO2-Emissionen nicht alleine stemmen, sondern brauchen dabei auch die aktive Unterstützung der örtlichen Unternehmen.“

Umso wichtiger sei es, hierzu ins Gespräch zu kommen und auch zu bleiben. Daher hat die Fraktion der Grünen den Antrag gestellt, auch Vertreter der Evonik nach der Sommerpause zu einem der nächsten Sitzungen des Bau- und Umweltausschusses einzuladen. „Wir glauben, dass es noch ungenutzte Synergien gibt, die wir gemeinsam mit der Industrie im Sinne des Umweltschutzes und Nachhaltigkeit heben können und müssen“, erklärt Lohmann zu der geplanten Sitzung des städtischen Gremiums.

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