Rheinfelden Trauer um Karl Kuhn

Die Oberbadische, 26.08.2014 23:01 Uhr

Rheinfelden-Eichsel (hei). Mit großem Engagement brachte Prof. Dr. Karl Kuhn, promovierter Biologe, nicht nur Kindern die Natur nahe. Am vergangenen Samstag starb er kurz vor seinem 80. Geburtstag. Geboren in Bad Urach, fühlte er sich in Eichsel zuhause.

Am Dinkelberg sowie im großen und Kleinen Wiesental kartierte er Vögel. An der Universität Tübingen hatte er in Biologie promoviert und lehrte von 1966 bis zu seiner Pensionierung an den Pädagogischen Hochschulen in Lörrach und Freiburg. Besonders intensiv widmete er sich neben seiner Lehr- und Ausbildungstätigkeit ganz der praktischen Naturschutzarbeit – dies auch über seinen Ruhestand hinaus.

Kuhn war ein geschätzter Fachmann. Unvergessen bleibt auch seine Diskussionsfreude im Gemeinderat. Unter anderem zeichnete ihn im September 2011 die Stadt Rheinfelden für seine Mitarbeit in der lokalen Agenda mit der Verdienstmedaille in Silber aus.

Kuhn arbeitete während des Baus des neuen Kraftwerks in der ökologischen Begleitkommission mit und setzte sich für die Schaffung des flächenhaften Naturdenkmals Restgwild beim Kraftwerk ein.

Karl Kuhn galt nie als Einzelkämpfer, sondern arbeitete vorrangig mit vielen Menschen zusammen. So gehörte er unter anderem der Lokalen Agenda 21 in Rheinfelden an, war im Nabu und im Bund aktiv. Als Mitarbeiter der Vogelwarte Sempach engagierte er sich grenzüberschreitend in der AG Lebendige Flusslandschaft Augst-Wyhlen.

Der Nabu Deutschland zeichnete Karl Kuhn 2013 für seine Verdienste mit der goldenen Ehrennadel aus. Er sei ein „Nabu -Urgestein“ und lange Zeit der einzige Profibiologe im NABU-Vorstand gewesen, würdigte ihn einst der langjährige Vorsitzende Gernot Wendt.

Die Beerdigung findet am heutigen Mittwoch um 14.30 Uhr in der St. Galluskirche in Eichsel statt. Wer am Sarg Abschied nehmen möchte, ist bis 12 Uhr im Haus Dinkelbergstraße 9 dazu eingeladen.