Rheinfelden Von der Quelle bis zur Mündung

Petra Wunderle
Jürgen Hass aus Adelhausen radelte von der Quelle des Rheins bis zu dessen Mündung in den Niederlanden. Foto: Petra Wunderle

Mit dem Fahrrad von der Quelle des Rheins bis zur Mündung: 1525 Kilometer und 4550 Höhenmeter hat Jürgen Hass mit dem Rennrad hinter sich gebracht. Ohne Elektroantrieb und mit viel Freude.

Von Petra Wunderle

Rheinfelden-Adelhausen - In den 14 Tagen seiner Fahrradtour hat er einige neue Menschen kennengelernt und wiederum festgestellt, dass menschliche Begegnungen wertvolle Erfahrungen sind.

Jürgen Hass ist 62 Jahre alt, Chemieausbilder im Vorruhestand und lebt mit seiner Ehefrau in Adelhausen. Die Tour mit dem Rennrad den Rhein von der Quelle am Tomasee auf dem Oberalppass in der Schweiz bis zur Mündung in die Nordsee abzufahren, war schon lange sein Traum.

Vierstündige Wanderung zum Tomasee

Seine Ehefrau Karin hat ihn samt Fahrrad und Anhänger mit dem Auto auf den Oberalppass gefahren. Nach einer vierstündigen Wanderung zum Tomasee war das legendäre Schild „Rheinquelle“ zu sehen.

Das Ehepaar verabschiedete sich, von da an ging es für den ambitionierten TuS-Sportler mühelos bergab, immer dem Rhein entlang. Nach etwas über 30 Kilometern kam Hass in Trun im Kanton Graubünden an. Dort übernachtete er in seinem kleinen Zelt auf einem Campingplatz. Voller Elan radelte Hass tags darauf nach Reichenau, wo Hinter- und Vorderrhein zusammenfließen.

Über Chur – immer auf oder neben dem Rheindamm – ging es nach Liechtenstein und zum zweiten Etappenort. Von dort wurden die Radwege asphaltiert und breiter und es ging zum Bodensee, immer den Radfahrweg-Schildern entlang bis Schaffhausen. „In dieser Nacht kam ein starkes Gewitter auf , und es war ein komisches Gefühl, so alleine im Zelt“, erinnert sich Jürgen Hass zurück. Tags darauf lachte wieder die Sonne, Jürgen Hass fuhr den Hochrhein entlang – mit Abstecher nach Adelhausen, wo er einen Ruhetag einlegte, um Fahrrad und Gepäck zu checken und optimieren.

Dann war der Oberrhein an der Reihe. In Breisach wechselte er auf die französische Seite bis kurz vor Straßburg. Der nächste Etappenort hieß Durmersheim und kurz vor Straßburg ging es wieder nach Deutschland. Die weitere Strecke führte durch Speyer: „Hier ist mir von weitem der Jumbo des Technikmuseums aufgefallen, der ist so ausgestellt, dass man meint, er würde starten“, erzählt Hass.

In Worms hat sich der Radfahrer ein Zimmer in einer Pension gegönnt. Ein heißer Tag war der Weg nach Bingen, bei über 30 Grad ging es an idyllischen Rheinauen entlang. In dieser Region windet sich der Rhein über viele Kilometer durch die oft mit Reben bewachsenen Hügel.

Hass kam an der Loreley vorbei, als lohnenswertes Ziel beschreibt er das Deutsche Eck in Koblenz. „Immer wieder trifft man Gleichgesinnte, aber mit unterschiedlichen Zielen. Wir haben gefachsimpelt und es war meistens ein spannender Erfahrungsaustausch.“ So auch auf einem Campingplatz vor Köln, wo er zufällig ein paar Radler traf, mit denen er sich zwei Tage zuvor schon unterhalten hatte.

Wege in den Niederlanden genossen

Der Abschnitt bei Köln war von Industrie geprägt. Zudem waren Wege und Beschilderung schlecht. Wesentlich besser wurde es nach dem Rheinberg auf der Strecke zur niederländischen Grenze, die er am 13. Reisetag erreichte. Dort habe er die tollen Radwege und die Beschilderungen richtig genossen, mühelos sei er durch Rotterdam geradelt. Die Akzeptanz der Autofahrer dort gegenüber den Radfahrern sei vorbildlich. Bei seiner letzten Etappe fuhr er 80 Kilometer. Sein Ziel hatte er ohne Pannen erreicht.

Tags darauf fuhr Hass mit dem Nachtzug von Amsterdam nach Hause zurück, um pünktlich zum 85. Geburtstag seiner Mutter wieder auf dem Dinkelberg zu sein.

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