Rheinfelden Waldkindergarten soll woanders hin

Der von der Stadt geplanten Standort ist auf dem Plan rot markiert. Oberhalb verläuft die Gasleitung. Foto: Heinz Vollmar

Rheinfelden-Nordschwaben - Der Ortschaftsrat Nordschwaben ist mit dem vorgesehenen Standort für den geplanten Waldkindergarten nicht einverstanden. In seiner öffentlichen Sitzung lehnte das Gremium am Mittwoch einen entsprechenden Beschlussvorschlag in allen Punkten einstimmig ab.

Bereits zu Beginn der Sitzung reklamierte Ortsvorsteher Sven Kuhlmann das Vorgehen der Stadt in Sachen Waldkindergarten. Danach sei der Ortschaftsrat in die Planungen bisher nicht eingebunden worden.

Kuhlmann bemängelte vor allem den von der Stadt gewählten Standort für den Waldkindergarten am Karsauer Sträßlein. Gerade dort befinde sich der letzte intakte Hochwald in Nordschwaben, der für den Waldkindergarten teilweise abgeholzt werden müsste.Außerdem sei auch die Jagd beeinträchtigt.

Massive Probleme sah der Ortsvorsteher auch in Bezug auf die Bring- und Holsituation der 20 Kinder. Diese müssten nicht nur den langen Weg von der Gemeindehalle bis zum Waldkindergarten allmorgendlich laufen, sondern sie würden auch bei Wind und Schneebruch die Halle nutzen. Dies könne nicht nur zu Problemen mit den Vereinen führen, sondern auch für Mehrarbeit des Hallenwarts. Im Übrigen befänden sich in der Halle auch keine kindgerechten Toiletten.

Das teilweise abschüssige Gelände des Waldkindergartens bemängelte SPD-Ortschaftsrat Uwe Kuhlmann. Dies sei gerade bei schlechtem Wetter für Kleinkinder ungeeignet. Andreas Nusshardt (UDL) sorgte sich indes um den Waldkauz- und Fledermausbestand. Dietmar Kiefer (FW) warf die Frage auf, wie viele Kinder aus Nordschwaben selbst in den Waldkindergarten gehen würden. Er forderte eine bevorzugte Behandlung in Bezug auf die Kindergartenplätze für Kinder aus Nordschwaben.

Kein Verständnis über die Negativaussagen der Ortschaftsräte zeigte Gemeinderätin Rita Rübsam (FW). Sie sagte, dass sich Nordschwaben vielmehr über den Waldkindergarten freuen müsste. Die angesprochenen Probleme der Ortschaftsräte konnte sie nicht nachvollziehen.

Vorgestellt wurde der Waldkindergarten noch einmal von Simone Fuchs und Doris Cimander vom Amt für frühkindliche Bildung- und Betreuung. Sie versuchten die Bedenken der Ortschaftsräte zu zerstreuen, was jedoch in Bezug auf den geplanten Standort nicht gelang.

Sie forderten den Ortschaftsrat auf, einen alternativen Standort vorzuschlagen, was nun im Rahmen einer entsprechenden Stellungnahme geschehen soll. Wie den Aussagen der Ortschaftsräte zu entnehmen war, soll ein Standort weiter oben am Karsauer Sträßle und näher an der Wohnbebauung vorgeschlagen werden. Gleichermaßen forderten die Vertreterinnen der Stadt ein schnelles Handeln, denn schon am 15. April soll der Gemeinderat über den Waldkindergarten entscheiden.

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