Rheinfelden Wärme für mehr als 2000 Haushalte

Rolf Rombach
Herbert Swarowsky vom Regierungspräsidium lobte Evonik-Standort-Leiter Hermann Becker und Oberbürgermeister Klaus Eberhardt für die zielstrebige Umsetzung des Nahwärmeprojekts. Symbolisch wurde am Rad der Verteilanlage gedreht, von der aus nun Abwärme der Industrie Rheinfelder Haushalte heizt. Foto: Rolf Rombach

Mit einer Kohlendioxideinsparung von bis zu 3000 Tonnen und einer Leistung von 1,6 Megawatt glänzt das neue Leuchtturmprojekt der Rheinfelder Stadtwerke in Zusammenarbeit mit der Firma Evonik. Im Rahmen eines kleinen Festakts ist die Abwärmeauskopplung am Freitagnachmittag offiziell in Betrieb genommen worden.

Von Rolf Rombach

Rheinfelden. Was viele Gemeinden inzwischen mit Neid betrachten, war anfangs mit Gegenwind verbunden: Die Verlegung von Wärmeleitungen und Breitbandkabeln wurde bis Anfang des Jahres von mancher Seite doch eher kritisch betrachtet. Doch mit dem Beginn der Energiekrise ist das 2015 gestartete Projekt jetzt ein Aushängeschild der großen Kreisstadt. Durch die kombinierten Baumaßnahmen war frühzeitig ein hoher Anschlussgrad erreicht worden. Nun pulsiert durch die Innenstadt nicht nur schnelles Internet, sondern auch Heizenergie.

Sehr hohe Anschlussquote

Bisher ungenutzte Abwärme des Silane-Kraftwerks wird mit 110 Bar Druck und 110 Grad Celsius heiß in das Netz gespeist. Die aktuelle Leistung von 1,6 Megawatt reicht im Sommer für 15 000 Haushalte, im Winter können 2000 Haushalte ihre Heizung und Warmwasser damit betreiben und leisten einen doppelten Beitrag zu Umweltschutz und Energieeinsparung. Denn neben der Nutzung von Synergien wird auch das Aufheizen der Umgebung – vorrangig des Rheins – durch die Weiterleitung in die Haushalte vermieden. Das nächste Ziel der Stadt: den Anschluss des Freibads zu vollziehen.

Hermann Becker, Standortleiter von Evonik, sprach in seiner Rede von einer Verantwortungsgemeinschaft, in der Überlegungen angestellt werden sollten, wie man sich gegenseitig unterstützen könne. Nun habe man eine Win-Win-Situation für die Beteiligten: die Nachhaltigkeitsziele von Evonik, kombiniert mit der kostenfreien Erschließung einer Wärmequelle für die Stadtwerke.

Oberbürgermeister Klaus Eberhardt sprach von einem krisenbedingten Erfolgsmodell, was die Anschlussquote von nahezu 100 Prozent belege. Die Synergieeffekte der Partner, zusammen mit Energiedienst, böten nun eine gewisse Sicherheit. „Man muss das System weiterdenken“, verwies Eberhardt an die nun vorhandenen verschiedenen Rückfallebenen mit unterschiedlichen Energieträgern wie Blockheizkraftwerken und das im Landkreis angestrebte interkommunale Wärmenetz.

Baustein der Energiewende

In Vertretung von Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer sprach Herbert Swarowsky, der Leiter der Stabsstelle Energiewende sowie Leiter des Industriereferats. „Die Umsetzung des Projekts verlief sehr schnell“, lobte er die Beteiligten für die Netto-Bauzeit von neun Monaten und dankte den Akteuren für die zielstrebige Umsetzung: „Sie können stolz sein auf dieses Projekt. Wir brauchen viele solcher Bausteine in der Energiewende. Sie haben gehandelt und realisiert, während andernorts noch diskutiert und projektiert wird.“

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