Rheinfelden Wald ist keine Schatzkiste

Der Rheinfelder Stadtwald muss „klimabeständig“ umgebaut werden. Foto: Archiv

Rheinfelden - Sein Stadtwald ist dem Gemeinderat Rheinfelden lieb und teuer, insbesondere teuer: Im kommenden Jahr wird es ein Minus von rund 215 000 Euro geben. Den Forstbetriebsplan allerdings genehmigte das Gremium einstimmig.

Die Löwenstadt sei zwar reich an Wald, werde durch ihn aber nicht reich, hielt CDU-Fraktionsvorsitzender Paul Renz denn auch fest. Das sei auch schon in der Vergangenheit so gewesen, aber bei dem Verlust sei eine deutliche Steigerung zu verschmerzen. Was auch der gestiegenen Sicherungspflicht bei Waldwegen geschuldet sei, wie zuvor Forstbezirksleiter Bernhard Schirmer ausgeführt hatte. Doch das ist nicht der einzige Punkt, der zu Buche schlägt. Denn grundsätzlich kann man auch über den Rheinfelder Stadtwald sagen: „Es geht ihm schlecht.“

Zum einen leidet er stark unter dem Klimawandel. Durch die anhaltende Trockenheit kommt es zu immer mehr Schadholz, denn der Wassermangel führt zum Anstieg des Schädlingsbefalls. Zum anderen, weil dies eine Entwicklung ist, die auch andernorts zu beobachten ist, liegt der Holzmarkt am Boden. Schirmer rechnet zudem auch im kommenden Jahr mit weiterem Borkenkäferbefall und weiteren „nachlaufenden“ Trockenschäden.

Der Fortsbezirksleiter betonte, dass es jetzt um einen „klimabeständigen Umbau zur nachhaltigen Sicherung aller Waldfunktionen gehe und nannte dabei die Stichworte Erlebnisraum, Naherholung, Trinkwasserspeicher und Luftfilter. Ein solcher Umbau sei eine Generationenaufgabe, deren Ziel es sein müsse, dass die Bestände an Fichten und Buchen durch mehr Douglasien und Eichen ersetzt werden. Und da dies nur durch Neuanpflanzungen geschehen kann, braucht es auch jagglich regulierte Wildbestände zum Schutz der Schonungen.

Die Gemeinderäte waren sich einig, dass der bereits eingeschlagene Weg der richtige ist. Allerdings regte Uwe Wenk für die SPD-Fraktion an, die Kostensumme für die Wegeunterhaltung auf 50 000 Euro zu erhöhen und die Mehrkosten an anderer Stelle einzusparen oder mit den zu erwartenden Einsparung über die Regelbesteuerungen zu verrechnen.“ Er begründete dies mit dem Hinweis auf den schlechten Zustand der Wege, die teilweise nur mit sehr grobem Schotter „geflickt“ wurden. Was auch von Rita Rübsam von den Freien Wählern befürwortet wurde.

Rein rechnerisch würde das Defizit im Forstbetriebsplan sogar 250 000 Euro betragen. Da aber einen Tagesordnungspunkt vorher der Gemeinderat einhellig der Regelbesteuerung der städtischen Waldbewirtschaftung zugestimmt hatte, muss nur mit einem Manko von 215 000 Euro gerechnet werden. Diese Maßnahme muss aber auch für mindestens fünf kommende Jahre beibehalten werden, Kämmerin Kristin Schippmann dem Gremium erläuterte. Die Einsparungen dürften bei 35 000 bis 38 000 Euro jährlich liegen, schätzte sie.

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