Rheinfelden Wie ein Kunstwerk entsteht

Rheinfelden - Kultur satt wird es am Wochenende rund um den Kunstsonntag, 14. Juli, in Rheinfelden geben. Dann wird drei Tage lang – bereits zum 4. Mal – eine Skulpturenwerkstatt auf dem Tutti-Kiesi-Areal veranstaltet. Von Freitag bis Sonntag werden fünf Künstler in einer Art open-air-Werkstatt ihre Werke erarbeiten. Die Ideen und Entwürfe dazu hatten sie zuvor mit einer Bewerbung an die Stadt verschickt. Von einer Jury wurden aus den Bewerbern im Mai fünf Künstler ausgewählt.

„Es hat besonderen Charme, den Bildhauern bei ihrem Arbeitsprozess zuzuschauen, auch Fragen zu stellen, Details zu erfahren, am Entstehungsprozess teilzunehmen. Man bekommt so einen ganz neuen Eindruck von der Kreativität und der Arbeitsweise der Künstler“, erklärt Elisabeth Veith vom Kulturamt Rheinfelden, selbst Künstlerin, Kuratorin und Mitglied der Jury. Aufgrund der engen Zeitbegrenzung dürfen die Bildhauer bereits gefertigte Teilstücke ihrer Arbeit anliefern, damit die jeweilige Skulptur auch wirklich fertig wird, erläutert sie.

Die Künstler

Von zehn Künstlern aus der Region sowie aus dem Ausland wurden fünf Ideen von fünf Künstlern ausgewählt: Uwe Bürkle aus Tübingen, Olaf Jung aus Ihringen, Maurizio Perron aus Turin, Ralf Rosa aus Grafenhausen sowie Bernhard Witsch aus Tirol. „Die Rheinfelder Ausschreibung stößt auf internationales Interesse“, freut sich Veith. Dies liege sicherlich an den guten Kontakten zur Kunstszene des Ideengebers der Skulpturenwerkstatt und Rheinfelder Künstlers Nicola Quici. Zum anderen seien Bildhauer generell meist gut vernetzt und sehr an solchen Wettbewerben interessiert, erklärt Veith.

Die fertigen Arbeiten werden am Sonntag präsentiert und erläutert. Von der Stadt werden sie dann für ein Jahr angemietet und auf dem Areal ausgestellt. Manche werden auch angekauft und bleiben dauerhaft auf dem Areal.

Zur Bewerbung haben alle Künstler Entwürfe eingeschickt. Ausgewählt wurden Uwe Bürkle aus Tübingen. Er arbeitet figurativ, verwendet Materialien wie Stein, Bronze und Polyresin, arbeitet aber auch mit vergänglichen Materialien wie Sand, Eis oder Schnee. Er versucht, Bilder zu existenziellen Themen zu finden. In Rheinfelden will er ein Antlitz mit starkem Ausdruck trotz geschlossener Augen schaffen – ein Moment der Stille, der – wie der Künstler formuliert – selten geworden ist, der aber gerade für ihn eine Quelle der Inspiration sei.

Bernhard Witsch aus Telfs in Tirol bearbeitet mit großer Leidenschaft Metall. Als gelernter Maschinenschlosser kennt er das Material bestens. Oft steht der Mensch im Fokus, sein Werden, Tun, seine Träume – meist mit einem Augenzwinkern. Für Rheinfelden wird er „Wiesengeister“ schaffen.

Ralf Rosa aus Grafenhausen war bereits Gast bei der Skulpturenwerkstatt. Die damals entstandene Arbeit befindet sich noch auf dem Tutti-Kiesi-Areal. Dieses Mal wird er eine Skulptur aus Muschelkalk fertigen, eine Kopfform, die verschiedene Blicke erlaubt und den Titel „In my head“ trägt.

Der Italiener Maurizio Perron aus der Region Turin beschäftigt sich intensiv mit Konzeptkunst und Landart-Projekten, die er an unterschiedlichen Orten dieser Welt umsetzt, meist auf einer philosophisch-tiefgründigen Ebene. Sein Rheinfelder Entwurf wird eine Metapher für menschliche Beziehungen sein. Die beweglich gestaltete Arbeit soll mit dem Publikum in Interaktion treten.

Olaf Jung aus Ihringen schafft ästhetische Plastiken als zeitlose und fließende Symbiosen in Bronze, Holz und Stein. In Rheinfelden wird er Douglasienholz bearbeiten und dürfte seiner Leidenschaft für ineinander fließende Körper Ausdruck geben.

„Für die Bildhauer ist es eine Herausforderung, unter Zeitdruck ihre Ideen umzusetzen“, erklärt Veith. Für die Künstler mag es aber auch eine bereichernde Erfahrung sein, im Dialog mit den Menschen den kreativen Prozess voranzutreiben und dabei direkte Reaktionen zu erleben. 

12. bis 14. Juli: Fr/Sa, 10 bis 18 Uhr, So 10 bis 16 Uhr mit Präsentation der Skulpturen

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