Rheinfelden Zukunftsvision für den Rührberg

Die Biberacher Architektin und Dozentin Nicola Waibel präsentierte die Ideenentwürfe ihrer Studenten. Foto: Gottfried Driesch

Grenzach-Wyhlen/Rheinfelden-Herten - Der Soziale Arbeitskreis (SAK) Lörrach hat sich viel vorgenommen. Er will der Evangelischen Familienferienstätte auf dem Rührberg – sie liegt bereits auf Gemarkung Herten – eine langfristige Zukunft geben.

Schon seit vielen Jahren gehören die sieben kleinen Ferienhäuser auf dem Rührberg dem SAK. Wie Vorstandsvorsitzender Jürgen Rausch beim Pressetermin im „Rührberger Hof“ berichtete, wurden die Häuschen bereits vor mehr als zehn Jahren vom damaligen Geschäftsführer Jürgen Wiesenhütter erworben.

Mennicke-Haus gehört der evangelischen Gemeinde von Rheinfelden

Jetzt geht es auch um das benachbarte Werner-Mennicke-Haus. Dieses gehört noch der evangelischen Kirchengemeinde Rheinfelden. Zunächst soll im kommenden Januar die Bewirtschaftung vom SAK übernommen werden. Weiter stehen Verkaufsverhandlungen an. „Die Finanzierung ist in trockenen Tüchern“, sagte dazu Jürgen Rausch. Als Vertreter des Kirchengemeinderates Rheinfelden war Pfarrer Joachim Kruse und als Vertreter des Freundeskreises waren Werner Alles und David Erb zu einer Informationsveranstaltung gekommen.

Die sieben Ferienhäuser sind in die Jahre gekommen. Nach rund 50 Jahren könne man mit vertretbarem Aufwand die Häuser nicht zukunftsfähig machen. Also müssten Neubauten her, meinte Rausch.

Erster Ideenwettbewerb bringt nur ernüchternde Ergebnisse hervor

Ein erster Ideenwettbewerb sei ernüchternd gewesen. „Von Reihenhäusern bis zu Plattenbauten aus Fertigteilen war so ziemlich alles dabei gewesen.“

Eine begeisternde Idee hatte Nicola Waibel vom Architektenbüro Waibel & Waibel aus Biberach. Sie ist Lehrbeauftragte für angehende Architekten an der Hochschule Konstanz. Sie forderte ihre Studenten auf, für die Ferienhaussiedlung Ideenentwürfe zu liefern.

„Auch wenn die Studenten noch wenig Berufserfahrung haben – Ideen haben sie“, meinte Waibel. Die Resonanz bei den Studenten sei gewaltig gewesen. Sie zogen sogar einige Tage in die Ferienhäuser ein, um ihre Vorschläge in Einklang mit der Landschaft und der Natur zu bringen. Ein Entwurf macht den Sonnenuntergang zum Zentrum des Wohnraumes. Im Nachbarhaus ist der Wald Mittelpunkt der Idee. Und wieder ein anderes Gebäude ist einem Baumhaus nachempfunden.

Jetzt müssen diese Ideen in genehmigungsfähige Bauplanungen umgearbeitet werden, was das Beratungsbüro Waibel & Waibel übernehmen wird. „Das ist eine Zukunftsaufgabe, die mehrere Jahre dauern wird“, betonte SAK-Vorstandsvorsitzender Rausch zu den Bauplänen.

Auch künftig sollten die Häuser besonders bedürftigen Familien mit Kindern als Feriendomizil zur Verfügung stehen. Aber auch andere Reisende, Messebesucher und Jugendgruppen würden nicht abgewiesen. Die Preisgestaltung sei dabei flexibel. Messebesucher sollten beispielsweise mehr bezahlen, um damit die Mieten für bedürftige Familien gering zu halten.

Zu der Infoveranstaltung im „Rührberger Hof“ war eine Reihe von Unterstützern erschienen, darunter der Bürgermeister von Grenzach-Wyhlen, Tobias Benz, Christian Eschbach von der Sparkasse Lörrach und Martin Strittmatter, Vorsitzender der Bezirkssynode Markgräflerland.

Grenzach-Wyhlener Bürgermeister findet Projekt „klasse“

Auf Nachfrage unserer Zeitung, wieso er denn an einer Vorstellung eines Vorhabens auf Rheinfelder Gemarkung teilnehme, antwortete der Grenzach-Wyhlener Bürgermeister Rathauschef: „Unabhängig von der Gemarkungsgrenze, die irgendwo dazwischen verläuft, waren dem SAK und seinem Vorstandsvorsitzendem Rausch wichtig, die Gemeinde Grenzach-Wyhlen einzubeziehen in das Projekt, da es ja direkt an den Ortsteil Rührberg angrenzt.“ Zudem werde die verkehrliche Erschließung über den Ortsteil erfolgen.

Benz bekundet, er finde das Projekt „klasse, sehr innovativ und eine echte Bereicherung – von Seiten der Gemeinde unterstützen wir das. Ich finde es gut, dass aus der in die Jahre gekommenen Feriensiedlung etwas Neues entsteht und der soziale, integrative Charakter bewahrt bleibt.“

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