Rheinfelden Zweiter Abschnitt wird richtig teuer

Bei der Sanierung des zweiten Abschnitts der Hardtstraße ist eine Zwischenlagerung des Aushub wie beim ersten Teil nicht möglich wegen der hohen Schadstoffbelastung. Foto: Archivfoto: Ulf Körbs

Rheinfelden - Geschätzte 927 000 Euro wird die Stadt Rheinfelden in die Hand nehmen müssen, um den zweiten Abschnitt der Hardtstraße sanieren zu können. Schuld ist die starke Schadstoffbelastung des Erdreichs.

Es gebe zwar eine kostengünstigere Möglichkeit, wie Tiefbauamtsleiter Tobias Obert den Bauausschuss in der jüngsten Sitzung wissen ließ. Aber die würde ihm größtes Unbehagen bereiten. Das liegt nicht an der Kostensumme von 378 000 Euro, sondern an der Vorgehensweise bei dieser Variante. Es würden nämlich lediglich die bestehende Asphaltfläche abgefräst, die bestehenden Ausbruchstellen geflickt und eine neue Deckschicht aufgebracht. Aber, und das war Oberts ausschlaggebender Hinweis, die ausführende Baufirma würde keine Gewährleistung übernehmen.

Die Ausschussmitglieder sprachen sich denn auch für die teure Variante aus. So meinte der Freie Wähler Rolf Glück: „lieber keine Light-Variante“. Und Christdemokrat Helmut Wolpensinger befand: „Wenn, dann richtig. Sonst müssen wir womöglich zweimal Geld ausgeben.“

Hohe Dioxinwerte

Dass das Vorhaben sehr teuer wird, hatte Obert das Gremium schon vor rund zwei Jahren wissen lassen. Bereits damals war bekannt, dass die Dioxinbelastung des Gebiet bei bis zu 56 400 Nanogramm pro Kilogramm Erdreich liegt. Daher muss der Aushub auch sofort entsorgt werden, kann also nicht zwischengelagert werden wie beim ersten Sanierungsabschnitt.

Das Erdreich wurde damals unter der Engelsee-Brücke der Autobahn abgeladen. Die endgültige Entsorgung kostete laut Obert 149 000 Euro, hinzu kamen noch 55 000 Euro für die Teerentsorgung.

Der Tiefbauamtsleiter rechnete dem Ausschuss vor, dass beim jetzt anstehenden Straßenteil zwischen der Mosel- und der Nollinger Straße die reinen Baukosten bei rund 430 000 Euro liegen. Für die Entsorgung und die erheblichen Schutzmaßnahmen – es wird eine „Schwarz-Weiß-Baustelle – rechnet er mit rund 300 000 Euro. Hinzu kommen noch Anpassungen im Privatbereich (50 000 Euro) und die Planungskosten in Höhe von 117 000 Euro. Zudem hat Obert noch einen Betrag von 30 000 Euro für Unvorhergesehenes eingerechnet.

Das Fachbüro, das die Bodenuntersuchung durchgeführt hat, empfiehlt übrigens zum einen die gutachterliche Begleitung des Vorhabens und zum anderen ein Aushub- und Entsorgungskonzept sowie den Entsorgungsweg breits im Vorfeld zu erarbeiten.

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