Burghausen - Versteinerte Mienen bei den Gästen: Wie schon in der vergangenen Saison ist auch heuer wieder für den TuS Adelhausen das Halbfinale die Endstation gewesen. Diesmal scheiterte der TuS am amtierenden Deutschen Meister SV Wacker Burghausen. Nach dem 13:13 im Vorkampf unterlag Adelhausen am Samstag im oberbayrischen Hexenkessel dem Gastgeber mit 11:17. Der Traum vom Einzug ins Finale um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft auf dem Dinkelberg ist somit geplatzt.

Und auch die Hoffnung, dass es für den TuS Adelhausen am Grünen Tisch doch noch ein Happyend geben wird, ist dahin. Die TuS-Verantwortlichen hatten ja vor einer Woche fristgerecht Beschwerde gegen die Verwaltungs-Entscheidung des Deutschen Ringerbundes eingelegt,  den Vorkampf gemäß dem auf der Matte erzielten Ergebnis und nicht mit 40:0 für den TuS zu werten, weil Burghausen zu spät an der Waage erschienen ist.

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Die Entscheidung des „Gesamten Bundesrechtsausschuss des DRB“ wurde gestern veröffentlicht. „Die Beschwerde des TuS Adelhausen gegen den Verwaltungsentscheid des DRB-Vizepräsidenten Bundesliga wird abgewiesen.“ Im Beschluss heißt es: „Eine Verspätung durch den SV Wacker Burghausen war nicht gegeben, da der Mannschaftskampf nach mündlichem Verwaltungsentscheid von Ralf Diener auf 20.30 Uhr und die offizielle Waage auf 19.45 Uhr verlegt worden sind.“

Das zweite Halbfinal-Duell haben übrigens die Red Devils Heilbronn gegen den ASV Mainz zu ihren Gunsten entschieden. Sie gewannen auch in Mainz und stehen im Finale.

Schon zur Pause schwante den rund 100 TuS-Fans nichts Gutes. Die Gäste lagen mit 5:8-Punkten zurück. Vor einer Woche hatten sie noch 13:4 geführt. Was war geschehen?

Der eine oder andere TuS-Schachzug verpufft

Das zweite Halbfinale eröffneten in der Greco-Klasse bis 57 Kilogramm zwei deutsche Spitzenringer. Letztlich war der Burghausener Fabian Schmitt, seines Zeichens dreifacher nationaler Vizemeister, einen Tick besser als der dreifache Deutsche Meister Ibrahim Fallacara. Schmitt setzte sich mit 4:0 durch und holte zwei Mannschaftszähler in die Gastgeber-Ecke.

Freistil-Schwergewichtler Nick Matuhin bescherte anschließen dem TuS Adelhausen durch einen „Vierer“ gegen den chancenlosen Anton Losowik die einzige Führung an diesem Abend.

Die war aber bald wieder dahin, denn Jörn Schubert, der vier Kilogramm Gewicht machte, um in der Freistil-Klasse bis 61 Kilogramm auf die Matte gehen zu können, gab auch im Rückkampf das Punktemaximum ab. Vladimir Egorow landete nach 1:33 Minuten einen technisch-überhöhten Punktsieg. Greco-Halbschwergewichtler Ramsin Azizsir erhöhte die Burghausener Führung auf 8:4, weil er dem fast 13 Kilogramm leichteren Bozo Starcevic zwei Siegpunkte abnahm. Auch dieser TuS-Schachzug verpuffte.

Ivo Angelov, der bulgarische Ausnahme-Ringer der Dinkelber-Staffel, ist eigentlich immer für einen „Vierer“ gut. Diesmal musste er im Greco-Leichtgewicht bis 66 Kilo ran und traf auf großen Widerstand. Witalis Lazovski, der Deutsche Meister in dieser Gewichtsklasse, verlor lediglich 1:3, gab somit nur einen einzigen Punkt ab.

Zur Pause gab’s deshalb lange Gesichter in der Adelhausener Ecke. Und sie wurde im zweiten Kampfabschnitt noch länger. Freistil-Mittelgewichtler Georg Harth (bis 86 kg) war gegen den Russen Kakhaber Khubezhty bei seiner technisch-überhöhten Niederlage ebenso chancenlos wie Stephan Brunner (71 kg, Freistil) anschließend gegen Burghausens Ass Cengizhan Erdogan. Beide gaben jeweils vier Zähler ab und der SV Wacker führte nach sieben Kämpfen bereits vorentscheidend mit 16:5.

Gewißheit wurde die TuS-Niederlage und das Halbfinal-Aus dann, als TuS-Ringer Roland Schwarz (80 kg, Greco) mit seinem 5:0-Punktsieg gegen Maximilian Lukas nur zwei Siegzähler holte. Während die Gäste die Köpfe hängen ließen, kannte der Jubel beim Gastgeber keine Grenzen.

Die beiden Kämpfe in der Gewichtsklasse bis 75 Kilogramm bedeuteten dann für beide Seiten nur noch Ergebniskosmetik. Adelhausens Greco-Ass Balint Korpasi gewann technisch-überhöht, und Alexander Semisorow musste sich nach einem starken Auftritt Magumedmurat Gadzhiev nur knapp mit 4:5-Punkten geschlagen geben.