„Ein Derby ist und bleibt ein Derby. Wir werden keine Spielchen machen, gehen hoch konzentriert und hoch motiviert diese Aufgabe an“: Bei der Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte hat Florian Philipp, Coach des TuS Adelhausen, nur einen Sieg im Sinn.

Von Mirko Bähr

Zell im Wiesental. In der Zeller Stadthalle sind die Fronten am Samstag, 19.30 Uhr, klar geregelt. Haushoher Favorit sind im Bundesliga-Duell die Gäste. „Wenn wir den Gegner ernstnehmen, voll bei der Sache sind und alles für das Team geben, wenn die Einstellung zu 100 Prozent stimmt und niemand unterschätzt wird, gibt es über den Sieger keine zwei Meinungen“, macht Philipp klar. Und damit liegt er wohl nicht falsch.

„Köllerbach und Adelhausen ringen in der Südwest-Staffel in einer anderen Liga“, hatte erst kürzlich Florian Hassler (siehe nebenstehenden Artikel) erklärt und sein Trainerkollege Adrian Recorean angefügt, dass man gegen Adelhausen mit „20 Mann“ antreten werde – es trifft David auf Goliath.

21 Jahre lang ging Philipp für die RG auf die Matte, erlernte dort das Ringer-ABC. „Das ist mein Heimatverein, dem ich viel zu verdanken habe. Da wurde mir etwas für das ganze Leben mitgegeben. Aber mit dem Abschied aus dem aktiven Sport habe ich beim TuS ein neues Kapitel als Trainer aufgeschlagen. „Schade, dass die Trennung damals nicht harmonisch abgelaufen ist“, lässt Philipp wissen, der mit 26 Jahren die Lager gewechselt hat.

Geschenke werden im Derby keine verteilt

Den Hut ziehe er vor der RG, dass sie „keine Wettbewerbsverzerrung“ betrieben habe und aufgestiegen sei. Auch das „Drumherum“ verdiene Anerkennung. Bei aller Lobhudelei müsse dann aber auch klar gemacht werden, dass es beim Derby keine Geschenke geben könne. „Wir sind die Nummer eins hier im Bezirk und wollen das nochmals verdeutlichen.“

Klare Worte findet der TuS-Trainer auch, was die „mangelnde Wertschätzung“ der Arbeit auf dem Dinkelberg anbelangt. „Da fehlt mir der Respekt. Beim TuS wird hart gearbeitet, eine tolle Jugendarbeit betrieben. In der Regionalliga ringen wir in der Zweiten mit sieben Eigengewächsen, und in der Bundesliga sind wir zuletzt bis ins Halbfinale gekommen.“

Der TuS Adelhausen wird mit „voller Kapelle“ in die Schwanenstadt reisen. Ein echter Höhepunkt auf der Matte wird das Duell in der Klasse bis 66 kg-Freistil, wenn Ivan Guidea auf Manuel Wolfer trifft. Letzterer nimmt die Einzelstarts für seinen Heimatverein RG Hausen-Zell wahr. Einen Knaller könnte auch der Kampf in der 61 kg-Greco-Klasse werden. Virgil Munteanu könnte es da mit Ibrahim Fallacara zu tun bekommen oder aber mit Ex-Weltmeister Ivo Angelov? Und wen bringt der TuS im Schwergewicht gegen Oliver Hassler? Jungspund Felix Krafft oder den alten Hasen, Christian „Bärchen“ John?