Ringen Der Abstieg als Chance

RG-Eigengewächs Stefan Hauschel hängt seine Ringerstiefel verletzungsbedingt an den Nagel. Foto: Mirko Bähr Foto: Die Oberbadische

Die RG Hausen-Zell kehrt der Bundesliga den Rücken und wird in der kommenden Runde in der Regionalliga an den Start gehen. „Wir wollen diesen Schritt gehen, um unserer Philosophie treu zu bleiben“, macht der Vorsitzende Marco Waßmer klar. „Uns ist dieser Schritt nicht leicht gefallen.“

Von Mirko Bähr

Zell im Wiesental. „Die RG ist ein Ausbildungsverein, die es mit einem Großteil an eigenen Ringern und einzelnen Auswärtigen geschafft hat, in die 1. Bundesliga aufzusteigen und dort zu bestehen“, lässt Waßmer wissen. Nun aber der Rückzug. Der Verein macht als Tabellenletzter der Südwestgruppe von seinem Abstiegsrecht Gebrauch (wir berichteten bereits).

„Die erste Liga macht keinen Sinn“, unterstreicht Ralf Wagner, der Sportliche Leiter. So haben Leistungsträger wie Virgil Munteanu und wichtige, weil mit wenig Punkten versehene, Eigengewächse, wie Alexander Rümmele, Tobias Greiner und Stefan Hauschel, ihre Ringerstiefel an den Nagel gehängt. Auch Oliver Hassler spielt mit diesem Gedanken.

Behutsam aufbauen statt verheizen

Diesen Aderlass kann die RG nicht kompensieren, ohne ihre eigenen Werte über Bord zu werfen. Zwar stehen einige Nachwuchskräfte wie Darius Kiefer, Luca Zeh oder Manuel Kiefer parat, doch für sie ist die Bundesliga schlichtweg eine Nummer zu groß. „Wir wollen, dass sich unsere jungen, erfolgreichen Ringer behutsam entwickeln und nicht verheizt werden“, findet Waßmer deutliche Worte. Die Jugend sei es, auf die man weiter baue. „Hier gilt es, jetzt weiterhin viel Zeit und Arbeit zu investieren. Die Eigengewächse richtig in die Mannschaften zu integrieren, ist nun unsere höchste Prämisse.“ Man sehe den sportlichen Abstieg als Chance an, betont Waßmer.

In den vergangenen Wochen wurde fleißig diskutiert, sich viele Gedanken über die Zukunft des Vereins gemacht. Sogar ein Neuanfang auf Verbandsebene wurde in die Planungen mit einbezogen. Jetzt also der Neustart in der Regionalliga.

Neustart deshalb, weil sich der Kader der RG doch sehr verändern wird. Nach dem Rücktritt von Coach Florian Hassler wird nicht nur in der Ecke eine neues Gesicht sitzen, auch in der Aufstellung wird sich der eine oder andere neue Name wiederfinden. Kaderathlet Florian Neumaier beispielsweise will weiterhin in der Bundesliga ringen, das rumänische Talent Razvan Marian Kovacs soll sich bereits mit dem TuS Adelhausen einig sein.

„Das Gerüst steht“, sagt Wagner. Neben den Youngstern hat Simon Günter angekündigt, den Weg mitzugehen. Auch Arkadiusz Böhm ist nicht abgeneigt, und ein Verbleib von Leon Gerstenberger ist möglich. „Wir befinden uns in Gesprächen“, meint Wagner, der zudem die Rückkehr von Eigengewächs Maximilian Mond aus Tennenbronn anstrebt. Urgestein Adrian „Bubi“ Recorean spielt natürlich ebenfalls eine Rolle. „Wir hoffen sehr, dass er weitermacht.“

Die vergangenen beiden Jahre im Oberhaus hätten trotz aller Unwägbarkeiten Spaß gemacht, resümiert Wagner, dem allerdings die vielen Verletzungen in der abgelaufenen Runde etwas die Stimmung verhagelten. „Wir mussten uns jedes Wochenende irgendetwas aus den Rippen schnitzen.“ Dazu das Problem mit den Freistil-Rumänen, die aufgrund der Olympia-Vorbereitungen nicht so häufig zum Einsatz kamen, wie es geplant war.

Rein sportliche Gründe und keine finanziellen

Dass rein sportliche Gründe dazu führen, eine Etage tiefer anzutreten, verdeutlich Waßmer. „Uns ist es wichtig, klarzustellen, dass es keine finanziellen Gründe sind. Die RG Hausen-Zell ist wirtschaftlich solide aufgestellt.“

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