Ringen Der Gesamtverein steht über allem

Die Oberbadische

Keine Frage: Der TuS Adelhausen hat seine Hausaufgaben gemacht, ist gerüstet für die kommende Bundesliga-Saison, die nach dem Willen des Deutschen Ringerbundes (DRB) angesichts der weiterhin akuten Coronakrise im Oktober dieses Jahres beginnen soll.

Von Uli Nodler

Rheinfelden-Adelhausen. Das Wort „gerüstet“ bezieht sich beim TuS auf die personellen Voraussetzungen. Trotz prominenter Abgänge hat die Erstbundesliga-Staffel vom Dinkelberg weiterhin eine schlagkräftige Mannschaft beeinander. Deshalb ist mit​ dem TuS auch in der anstehenden Bundesliga-Saison zu rechnen. Aber nur, wenn angesichts der Corona-Krise die Rahmenbedingungen stimmen.

Und hier kommt der DRB ins Spiel. „Wenn unser Verband die Bundesliga-Saison durchführen will, dann muss er, wie etwa jetzt in anderen Sportarten geschehen, uns einen entsprechenden Maßnahmen-Katalog für die Durchführung von Wettkämpfen zur Hand geben. Aber ganz wichtig ist für uns, dass der Verein rechtlich auf der sicheren Seite steht“, betont Nicole Oswald von der Sportlichen Leitung.

Oswald macht aber auch deutlich: „Die Ringer​abteilung ​ ​ des TuS Adelhausen wünscht sich natürlich, dass​ eine Bundesliga-Saison stattfindet. Es steht aber auch in unserer Verantwortung, die vorgeschriebenen Inhalte und Vorgaben bis ins kleinste Detail auf ihre Machbarkeit zu überprüfen. Priorität hat​ für uns, dass der Gesamtverein keinen Schaden aus einer Stand heute nicht kalkulierbaren Saison davontragen darf.“

Inzwischen hat der DRB reagiert und den Vereinen in einem Update exakte Regeln​ für die Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs an die Hand gegeben. Darin wird auch recht umfangreich darauf eingegangen, wie sich die Vereine beim Wettkampfbetrieb während der Corona-Krise verhalten müssen. An der Ausarbeitung dieser Übergangsregeln wirkten der Sportdirektor, die Bundestrainer, der Vorstand und der Vorsitzende der Medizinischen Kommission des Deutschen Ringer-Bundes mit.

Allerdings tappen die Bundesliga-Klubs weiter im Dunkeln, wenn es darum geht, die finanziellen Belastungen​ ​ eines Vereins näher zu beleuchten. Hierüber soll unter anderem ein virtuelles Treffen aller Bundesligisten unter Führung des DRB am 18. Juni Aufschluss geben. Dabei müssen die Vereine sicherlich abwägen, ob es angesichts wohl deutlich steigender Kosten und nur schwer zu schätzender Einnahmen für sie überhaupt Sinn macht, unter Berücksichtigung aller Bedingungen eine Runde auszutragen. Darüber macht man sich natürlich auch beim TuS seine Gedanken. Und für Nicole Oswald ist unabdingbar: „Der TuS Adelhausen wird, um die Existenz des Gesamtvereins nicht zu gefährden, im Zuge der Corona-Krise keine finanziellen Risiken eingehen.

Oswald drückt Öhler beide Daumen

Sollte die Bundesliga-Saison 2020/21, wie vorgesehen,​ über die Bühne gehen, ist der TuS Adelhausen personell zweifelsohne gewappnet. Aktuell stehen bislang den fünf Abgängen (Beka Bujashvili, Alexander Semisorow, William Harth, Georg Harth und Zsolt Berki) die Neuzugänge Florian Neumeier (RG Hausen-Zell), Ferenc Almasi (KSV Rheinfelden), Benny Vogt (WKG Weitenau-Wieslet) und Suleyman Ajeti (TSV Ehingen) gegenüber.

Es wird aber noch der eine oder andere Sportler folgen. „Der Kader steht, die anstehenden Wechsel sind formell abgeschlossen. Wir wollen aber die weiteren Entwicklungen abwarten, bevor wir Kosten generieren, zu denen uns aktuell einfach auch die Einnahmen fehlen“, informierte Nicole Oswald.

Mit Ivo Angelo (61 kg/Greco), Dominik Ettlinger (75 kg/Greco), Artem Gebekov (61 kg/Freistil), Danijel Janicic (71 kg/Greco),​ Nedyalko Petrov (57 kg/Greco) und Bozo Stracevic (80 kg/Greco)​ kämpfen in der neuen Mannschafts-Saison bereits sechs ausländische Top-Ringer für​ den TuS.

Dazu gesellen sich​ die deutschen Asse Nick Matuhin (bis 130 kg), Peter Öhler (98/130 kg), Manuel Wolfer (66 kg/Freistil), Arian Güney (86 kg/Greco), Dominik Gegeny (80/86 kg/Greco) und die starken Einheimischen Sascha Keller (75 kg/Greco), Stephan Brunner (75 kg/Freistil) und Felix Kraft (130 kg/Freistil).

Vor allem Peter Öhler drückt Nicole Oswald beide Daumen: Auch nach seinem zweiten Kreuzbandriss hat er nicht aufgegeben. Er hat sich zurückgekämpft. Wir hoffen, dass wir ihn bereits in der neuen Runde wieder aktiv im TuS-Dress auf die Matte schicken können.“

Die eine oder andere personelle Baustelle gibt’s aber noch. So muss beim TuS Adelhausen noch die Gewichtsklasse bis 57 Kilo Freistil bundesliga-tauglich besetzt werden. Vakant sind überdies folgende Positionen: 71 Kilogramm Freistil, 80 Kilogramm Freistil und 86 Kilogramm Freistil.

Nach den Pfingstferien und Öffnung der Dinkelberghalle wird beim TuS Adelhausen der Trainingsbetrieb in kleineren Gruppen unter Einhaltung strengster Hygiene-Vorschriften wieder aufgenommen. Mattentraining bleibt aber außen vor. „Ungeachtet dessen freuen sich die Jungs auch, dass sie mit Abstand wieder gemeinsam ackern können“, blickt Oswald optimistisch in die Zukunft.

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