Ringen Die Chance auf das Olympia-Ticket

Mit Biss und Wille: Alexander Semisorow. Foto: Kadir Caliskan Foto: Die Oberbadische

Von Mirko Bähr

Rheinfelden-Adelhausen. Gleich drei Ringer, die bei den Weltmeisterschaften in Nur-Sultan (Astana, Kasachstan) für Deutschland auf die Matte gehen, tragen in der 1. Bundesliga das Trikot des TuS Adelhausen. Und dann ist da auch noch Elena Brugger, die Vorzeigeathletin des Vereins vom Dinkelberg. Auch sie wird alles geben.

In Kasachstan wird ab heute nicht nur um Medaillen gekämpft, sondern gleichzeitig auch um die direkte Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Für alle Griffkünstler, die in den olympischen Gewichtsklassen unter die Top 5 kommen, wird der Traum wahr. „Wenn es einer bei den deutschen Freistil-Ringern schaffen kann, dann ist es Semi“, lässt Florian Philipp, Coach des TuS Adelhausen, wissen.

Alexander Semisorow, dessen Heimatverein der RV Rümmingen ist, startet in der Klasse bis 65 Kilogramm. Für den Weiler wird es am Donnerstag ernst. Philipp traut ihm viel zu: „Er besitzt diese Fähigkeiten und vor allem auch die nötige Einstellung.“

Voll fokussiert und konzentriert

Semisorow sei „sehr fokussiert“ und konzentriere sich voll aufs Ringen. Der 26-jährige WM-Teilnehmer selbst will sich vor den Titelkämpfen nicht äußern. Er will Taten sprechen lassen.

Auch Peter Öhler trägt in der anstehenden Runde das Trikot des TuS. Der 27-jährige wird in Nur-Sultan im griechisch-römischen Stil in der Klasse bis 97 Kilogramm auf die Matte gehen. Dass mit Öhler zu rechnen ist, bewies er beim Grand Prix in Dortmund, wo er nach langer Auszeit aufgrund seines Kreuzbandrissen am Ende Rang zwei verbuchen konnte. „Da hat er alle überrascht, das war schon sensationell, wie er nach dieser Verletzung zurückgekommen ist“, macht Philipp klar.

Dieser Wettbewerb Anfang August in der Westfalenhalle zeigte auch, dass Öhler, der bei der WM morgen schon gefordert ist, physisch noch nicht in bester Verfassung war. „Das ist normal nach der langen Pause. Wenn er es geschafft hat, diese Defizite nun zu beseitigen, dann traue ich ihm eine Top-Platzierung zu“, so Philipp.

Dritter im Bunde der Bundesligacracks des TuS ist Nick Mathuin, der am Freitag in der Freistil-Klasse bis 125 Kilo seinen Mann stehen will. Der 29-Jährige aus Luckenwalde sei erfahren. „Er war schon bei Olympia, er weiß, wie das geht“, schreibt ihn Philipp nicht ab.

„Die Vorfreude auf das bislang größte Event meiner sportlichen Karriere steigt mit jedem Tag noch ein bisschen mehr“, macht Elena Brugger klar, die am Mittwoch gefordert ist und in der Vorbereitung ohne Verletzung blieb. Für Brugger ist es das WM-Debüt bei den Frauen in der olympischen Gewichtsklasse bis 57 Kilo.

„Das wird eine große Herausforderung, bei der es mein Ziel ist, wertvolle Erfahrungen zu sammeln. Ich möchte mich auf keine Platzierung festlegen. Es gilt, das abzurufen, was ich kann, und man darf gespannt sein, wie weit ich damit kommen werde“, sagt die Eichslerin.

Das Teilnehmerfeld werde groß sein, da alle die erste Chance nutzen möchten, um sich für Tokio zu qualifizieren. „Deshalb erwarten mich neben den bekannten Gegnerinnen aus Europa mit Sicherheit auch einige, gegen die ich bisher noch nicht gekämpft habe.“

Wie es sich anfühlt, Medaillen von Großanlässen mit nach Hause zu bringen, weiß die 22-Jährige ganz genau: Bronze bei der U23-WM 2018, Silber bei der U23-EM 2018, Bronze bei der Junioren-EM 2017 und bei der Junioren-WM 2016 sowie Gold bei der Junioren-EM 2016.

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