Ringen Duell auf absoluter Augenhöhe

Nimmt TuS-Neuzugang Sebastian Jezierzanski auch in Urloffen seinen Kontrahenten auf die Hörner? Foto: Rolf Rombach

Ein echter Prüfstein wartet auf den TuS Adelhausen am dritten Kampftag der Bundesliga Südwest. In der Athletenhalle in Appenweier-Urloffen steigt das Südbaden-Duell zwischen dem perfekt gestarteten ASV Urloffen und dem Dinkelberg-Klub, der ebenfalls erfolgreich die neue Runde in Angriff genommen hat. „Es wird ein 50:50-Duell“, glaubt TuS-Trainer Florian Hassler.

Von Mirko Bähr

Rheinfelden-Adelhausen. Sein Gegenüber Michael Schneider und er pflegen ein freundschaftliches Verhältnis. Hin und wieder telefonieren die beiden auch, tauschen sich aus, philosophieren übers Ringen. Auch am Montag glühten die Drähte. Schneider hatte Geburtstag, Hassler gratulierte. Näher auf das bevorstehende direkte Aufeinandertreffen werden sie nicht eingegangen sein. „Wir haben uns auf ein gemeinsames Bier nach dem Kampf verständigt“, grinst Hassler.

Wenn die beiden Übungsleiter zum kühlen Gerstensaft greifen, dann werden sie wohl ein heißes Duell miterlebt haben. „Das wird eng, ganz, ganz eng“, meint Hassler. Er sei die Paarungen schon mehrmals für sich durchgegangen, und immer stünden die Chancen bei 50:50. „Wichtig wird diesmal sein, dass die verlorenen Mattenduelle nur knapp an den Gegner gehen. Es gilt so wenig Punkte wie möglich abzugeben.“

Der Auftakt mit dem 23:10-Erfolg gegen den AC Heusweiler sei „in Ordnung“ gewesen. Wobei er mit zwei, drei Duellen nicht so ganz zufrieden gewesen sei. „Da hätte ich schon Siege erwartet“, ist Hassler ehrlich. Bei den knappen 0:1-Niederlagen von Manuel Wolfer und Arian Güney hätten Kleinigkeiten gefehlt. „Wir haben mit den Jungs gesprochen und die Kämpfe Revue passieren lassen. Wir haben die Fehler erkannt.“

Die überraschende Pleite von Ivo Angelov ist bis heute noch großes Thema in und rund um Adelhausen. „Ivo hat einen rabenschwarzen Tag erwischt. Ich kann mich nicht erinnern, dass Ivo schon mal eine Schulterniederlage kassiert hat“, kann es Hassler noch immer kaum glauben. „Aber so etwas passiert im Ringen eben. Da haben die vermeintlich Schwächeren auch eine Chance.

Überraschungssieger Alexandru Trandafir sei eben einer der Jungen, die angreifen wollten, motiviert seien und eben auch intensiv trainieren würden.

Von Favoritenrolle will der TuS nichts wissen

Dass sein Trainerkollege des ASV Urloffen vor dem Südbaden-Duell den TuS auf den Favoriten-Schild heben würde, könne er so nicht stehen lassen, sagt Hassler und widerspricht. „Ich lege mein Veto ein. Eigentlich sind wir, was das Ringen anbelangt, aber immer einer Meinung. Diesmal nicht.“ Urloffen und Adelhausen seien dieselbe Kragenweite. Und so werde es einen Kampf auf Augenhöhe geben.

Hassler ist voll des Lobes, wenn er über Urloffen spricht: „Der Verein hat eine tolle Entwicklung hinter sich, hat einen Namen in der Ringerwelt, sonst würden nicht solche hochkarätigen Ringer dahin wechseln. Urloffen verfügt über einen ausgeglichenen Kader, der mit Jungen und Erfahrenen eine gute Mischung aufweist.“

Die ersten beiden Kämpfe am vergangenen Wochenende sprechen Bände. Erst gab es zuhause ein 20:5 gegen Hüttigweiler, dann wurde in Riegelsberg ein 24:4-Auswärtssieg unter Dach und Fach gebracht. „Das wird ein heißes Ding“, ist sich Hassler sicher.

Adelhausen selbst wird mit einer veränderten Formation die Reise in den Ortenaukreis antreten. „Es wird zu Veränderungen kommen. Mehr will ich aber nicht verraten“, gibt Hassler zu Protokoll.

Sicher dabei, weil es in seiner Gewichtsklasse keine großen Alternativen gibt, ist der Pole Sebastian Jezierzanski (98 kg-Freistil). „Ein Super-Typ, der natürlich bei seinem Ex-Verein besonders motiviert sein wird“, so Hassler.

Für den ASV Urloffen geht Florian Neumaier (86 kg-Greco) auf die Matte. Der Hüsinger wäre nach seinem Abgang bei der RG Hausen-Zell eigentlich beim TuS gelandet, wenn dieser aufgrund von Corona 2020 nicht schon frühzeitig seinen Saisonverzicht bekannt gegeben hätte. „Er ist ein toller Kerl. Ich hätte ihn natürlich gerne bei uns ihm Team. Manchmal trainiert er ja bei uns mit“, erklärt Hassler. In dieser Woche wohl aber eher nicht.

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