Ringen Ein Duell auf des Messers Schneide

Manuel Wolfer kommt bisher noch nicht so recht in Fahrt.. Nun gibt sein Ex-Verein in Adelhausen ein Stelldichein. Foto: Rolf Rombach

Der TuS Adelhausen ist perfekt in die neue Saison gestartet. In der Bundesliga Südwest schlagen zwei Siege zu Buche. Nach einem kampffreien Wochenende geht es nun wieder vor den heimischen Fans in der Dinkelberghalle auf die Matte. Gegner ist die RKG Freiburg 2000. Für Cheftrainer Florian Hassler ist das ein „50:50-Duell“. Es werde wohl wieder auf jeden Punkt ankommen.

Von Mirko Bähr

Rheinfelden-Adelhausen. Nach dem Derby ist vor dem Derby: Die Südbaden-Rivalen duellieren sich gleich zu Beginn der Runde. In Urloffen behielt der TuS schon die Oberhand, nun gibt es daheim am Samstag ab 19.30 Uhr das Kräftemessen gegen die Freiburger. Und auch dieser Gegner sei auf Augenhöhe anzusiedeln, wie Hassler deutlich macht.

Und so wartet auf die Fans eine spannende Auseinandersetzung auf dem Dinkelberg. Was für die Zuschauer ja schön ist, entwickelt sich für die Trainer beider Teams bereits lange im Vorfeld zu einem echten Zahlenspiel.

Wer ringt in welcher Gewichtsklasse gegen welchen Gegner? Wer holt die meisten Punkte? Und wer schafft es, nur wenige Zähler abzugeben? Die richtige Aufstellung zusammen zu stellen ist ein echter Drahtseilakt. „Es gibt einige Duelle, die darüber entscheiden werden, wie das Derby am Ende ausgehen wird“, weiß Hassler. „Die Zuschauer können sich auf einen packenden Fight freuen.“ Die Fans könnten laut Hassler am Ende auch den Unterschied ausmachen. „Wir ringen zum ersten Mal abends zuhause. Ich hoffe, die Zuschauer kommen und stärken uns den Rücken.“

Der TuS will erst einmal nichts dem Zufall überlassen und schickt die vermeintlich beste Equipe ins Rennen. Ob das aufgeht? „Jeder muss wieder seine Bestleistung bringen, es muss alles passen“, sagt Hassler dazu. So wie gegen Urloffen beispielsweise, als Adelhausen vor knapp zwei Wochen zu einem 13:8-Erfolg kam. Dieser Sieg indes sei etwas zu hoch ausgefallen, macht der TuS-Coach klar. Schließlich habe der Urloffer Stefan Käppeler verletzt aufgeben müssen.

Die Saison kommt derweil etwas verhackstückelt daher. Letztes Wochenende war wegen des Thor Master-Turniers in Dänemark eine Pause angesagt, und nach dem Freiburg-Kampf sind es dann drei Wochen, in denen der Ligabetrieb ruht. Der Grund: Die Weltmeisterschaften in Oslo.

„Da einen Rhythmus zu finden ist natürlich schwierig. Andererseits werden viele Bundesliga-Ringer bei der WM antreten, die dann keine Freigabe von ihren Verbänden erhalten würden“, meint Hassler. „Wir nehmen das so an und konzentrieren uns voll auf den Kampf am kommenden Samstag.“

Mit den Freiburgern kommt eine Mannschaft auf den Dinkelberg, die dieselbe Kragenweite besitzt. „Ein ausgeglichenes Team, das über junge, aber auch erfahrene Kräfte verfügt.“ Die RKG hat bereits drei Kämpfe bestritten. Zweimal (gegen den KV 03 Riegelsberg und den ASV Hüttigweiler) behielten die Breisgauer die Oberhand. Gegen den Top-Favoriten der Gruppe, den KSV Köllerbach, musste sich Freiburg nur hauchdünn mit 14:15 geschlagen geben.

Mit Mihail Lapp (57 kg-Freistil), Valentin Petic (71 kg-Greco), Maxim Sacultan (75 kg-Freistil), Jon Vasilachi (80 kg-Freistil) und Mihail Bradu (86 kg-Greco) gehen gleich eine Handvoll Griffkünstler aus der Republik Moldau für die Freiburger auf die Matte. „Die moldawische Achse“, wie sie Hassler bezeichnet, sei ein sehr wichtiger Bestandteil der Truppe Allen voran Sacultan, der den Köllerbacher Spitzenmann Andriy Shyyka mit 5:1 besiegen konnte.

Diese Leistungsträger, weiß Hassler, seien in Freiburg vor Ort und damit verfügbar. Ob das nun auch kurz vor dem Start der WM der Fall ist, ist zumindest fraglich. „Der eine oder andere ringt natürlich auch in Norwegen mit“, weiß Hassler. Der allerdings will sich damit erst gar nicht so recht befassen. „Es bringt nichts, zu spekulieren. Wir schauen viel lieber auf uns.“

Er hofft, dass seine Jungs die gute Form der ersten beiden Saisonkämpfe konservieren konnten. In Sachen Aufstellung bleibt Hassler einmal mehr defensiv. Bislang noch nicht zum Einsatz kamen beispielsweise Neuzugang Kiril Milov, der Vize-Weltmeister im Schwergewicht, und Bozo Starcevic (80/86 kg-Greco), der langjährige Leistungsträger des TuS. „Wir können schon noch variieren“, so Hassler, der aber durchaus klar macht, dass das Grundgerüst steht.

Mit den zuletzt etwas enttäuschenden Einheimischen, Sulejman Ajeti und Manuel Wolfer, habe man gesprochen, die Kämpfe analysiert und versucht, an der einen oder anderen Stellschraube zu drehen. „Wir wissen, woran wir arbeiten müssen. Ich hoffe, dass das schon am Samstag Früchte trägt“, lässt Hassler wissen. Wolfer (66 kg-Freistil) bekommt es wohl mit David Brenn zu tun.

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